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Lawrow über Handlungen Tschechiens: „Viele schizophrene Komponenten in dieser Geschichte“

© SNA / Pressedienst des Außenministeriums RusslandsRusslands Außenminister Sergej Lawrow (Archivfoto)
Russlands Außenminister Sergej Lawrow (Archivfoto) - SNA, 1920, 28.04.2021
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Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti den Vorfall um die Explosion im Waffenlager in Vrbetice und die Ausweisung russischer Diplomaten aus Prag kommentiert.
Zuvor hatte Tschechien 18 russische Diplomaten des Landes verwiesen. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie für russische Geheimdienste gearbeitet und hinter der Explosion im Jahr 2014 gesteckt haben sollen. Das Außenministerium in Moskau dementierte eine Beteiligung russischer Geheimdienste an der Explosion in Vrbetice.
Autos der litauischen und estnischen Dipmissionen vor dem Außenministerium in Moskau, 28. April 2021 - SNA, 1920, 28.04.2021
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Der Minister erklärte im Interview, dass er die jüngsten Geschehnisse und die Motivation tschechischer Offizieller „intellektuell nicht begreifen“ könne.
„Man kann es, wissen Sie, wie eine nicht sehr elegante Fernsehserie verfolgen. Es gibt viele schizophrene Komponenten in dieser Geschichte.“
Die tschechische Führung – darunter auch der jetzige Ministerpräsident Andrej Babiš – habe 2014 vermutet, dass hinter der Explosion die Fahrlässigkeit der Munitionsdepotbesitzer stehe. Diese Version sei in allen sieben Jahren nie bestritten worden.
„Der Präsident (Miloš – Anm. d. Red.) Zeman hat nur vorgeschlagen, auch diese Version in Betracht zu ziehen“, sagte Lawrow. „Nun wirft man ihm Staatsverrat vor.“
Der tschechische Präsident Miloš Zeman (Archivbild) - SNA, 1920, 12.04.2021
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Laut dem tschechischen Parlamentssprecher habe Zeman ein Staatsgeheimnis preisgegeben, als er die Notwendigkeit verkündet habe, alle Versionen zu studieren.
„Ist das denn nicht Schizophrenie?“, fragte der russische Minister rhetorisch. „Eine reine, meiner Meinung nach.“
Er betonte, dass Prag keine Beweise einer rechtswidrigen Tätigkeit für keinen einzigen der ausgewiesenen Diplomaten geliefert habe, und erinnerte an die Aussage des ehemaligen tschechischen Präsidenten Václav Klaus. Der Politiker soll die Handlungen seiner Landsleute mit einem Toy Terrier verglichen haben, der einen großen Hund anbelle, in der Hoffnung, Unterstützung von Stärkeren zu bekommen, und dabei direkt die USA und Großbritannien genannt haben.
„Wir hatten nie den Wunsch, unseren tschechischen Kollegen zu schaden“, so Lawrow. „Sollte die Vernunft die Oberhand erlangen, sind wir bereit, die Bedingungen für das normale Funktionieren der diplomatischen Vertretungen wiederherzustellen, wenn auch langsam.“
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Der Minister lobte seinen deutschen Amtskollegen Heiko Maas, der sich gegen neue Russland-Sanktionen und für einen Dialog ausgesprochen hatte. Deutschland hat laut Maas „kein Interesse“ daran, sich in dieses „Konfrontationsgeschrei einzureihen“.
Aus Lawrows Sicht ist es die Aussage eines „verantwortungsvollen Politikers“, die zwar die Kontroversen nicht überbrücke, die Notwendigkeit eines Dialogs aber hervorhebe.
Nach Tschechien hatten auch die USA, Bulgarien, die Ukraine, die Slowakei, Polen, Litauen, Lettland, Estland und Rumänien in den zurückliegenden Wochen Dutzende Mitarbeiter der russischen diplomatischen Missionen ausgewiesen. Moskau reagierte angemessen.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow - SNA, 1920, 27.04.2021
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Am Montag erklärte Sergej Lawrow, es bestehe bei der Explosion im Waffenlager der Verdacht, dass Prag gegen eine Reihe von internationalen Verträgen verstoßen habe. Die Europäische Union sollte laut dem Minister den Vorfall in Vrbetice aufklären. Tschechien wies die Vorwürfe der Aufbewahrung verbotener Waffen zurück.
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