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Indische Corona-Variante: Schützen Impfstoffe dagegen?

© REUTERS / NIHARIKA KULKARNIImpfzentrum in Mumbai
Impfzentrum in Mumbai - SNA, 1920, 28.04.2021
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Die indische Mutante dominiert das Infektionsgeschehen im asiatischen Land. Immerhin: Der indische Impfstoff scheint gegen diese zu schützen. Allerdings ist das kein Grund für Entwarnung in Europa, denn der indische Impfstoff ist ein Tot-Impfstoff und hierzulande wird mit mRNA und Vektoren ausschließlich gegen das Spike-Protein des Virus geimpft.
Mit dem massiven Anstieg von Covid-19-Erkrankungen in Indien steigt auch der Anteil der indischen Mutante unter den Infektionen. Seit Ende März bekannt, verfügt „B.1.617“ über zwei Mutationen am Spike-Protein, die in diversen anderen Mutanten bereits nachgewiesen worden waren, jedoch bislang nie zusammen.
Was ist das Spike-Protein?

Bei Veränderungen am Spike-Protein gibt es immer Anlass zur Sorge, dass die gängigen Impfstoffe nicht mehr funktionieren – zumindest jene, die auf genau dieses Protein als Impfstoff setzen. Dazu zählen die zugelassenen Impfstoffe von Biontech, Moderna, Astrazeneca, Johnson&Johnson, Sputnik V und etliche weitere.

Diese Sorge ist nicht unbegründet, denn Studien zufolge schützen spike-basierte Impfstoffe zum Beispiel deutlich schlechter gegen die südafrikanische Mutante, mit der die indische eine Mutation teilt.
Das Medium Business-Insider will diese Sorgen zerstreuen und verweist auf eine kleine vorabveröffentlichte Studie aus Indien. In dieser wurde untersucht, ob Blutplasma von gegen SARS-CoV-2 geimpften Personen, das Antikörper gegen das Virus enthält, auch die neue Mutante neutralisiert. Das Ergebnis: positiv, das Virus wird neutralisiert.
Nur nützt diese Erkenntnis leider wenig, wenn man sich näher anschaut, womit die Studienteilnehmer zuvor geimpft wurden. BBV152 ist nämlich der Impfstoff des indischen Herstellers Covaxin, bei dem ein inaktiviertes SARS-CoV-2 zum Einsatz kommt.
Da das Virus neben dem Spike-Protein noch über weitere Proteine auf der Oberfläche sowie über eine Proteinkapsel innerhalb der Virushülle verfügt, können alle diese viralen Bestandteile für den Impfschutz verantwortlich sein. Will heißen: Was hier für den Impfschutz verantwortlich ist, kann man so nicht ausmachen. Heißt leider auch: Ob spike-basierte Impfstoffe gegen die Mutante helfen oder bei ihr versagen, ist weiterhin ungewiss.
Das Problem: In Deutschland wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur mit mRNA- und Vektor-Impfstoffen geimpft. Sollten diese plötzlich gegen die indische Mutante versagen, dann muss schnell zum Beispiel die mRNA nachgebessert werden oder Tot-Impfstoff aus dem Ausland beschafft werden, das heißt: aus Indien, Russland oder China, denn Europa verfügt über keinen eigenen zugelassenen Tot-Impfstoff.
Während die Frage zu klären bleibt, inwieweit Impfungen mit spike-basierten Impfstoffen gegen die Mutante schützen, weiß sie sich in Indien evolutionär klar durchzusetzen. Das zeigen Zahlen des Varianten-Dashboards sarscoverage.org:
© Foto : sarscoverage.org
  - SNA, 1920, 28.04.2021
Wie auf dem Bild zu sehen, ist die Virusvariante innerhalb kürzester Zeit dominant geworden mit fast 80 Prozent aller Neuinfektionen im April. Die britische Mutante dagegen (blaue Linie) ist dagegen im selben Zeitraum deutlich abgefallen.
Bislang stuft das Robert Koch-Institut die Variante nicht als „besorgniserregend“ ein wie zuvor etwa die britische Variante. Es fehlen noch die Daten. Allerdings hält das RKI es durchaus für möglich, dass die Variante für Schwierigkeiten sorgen wird. Indessen sind bereits erste Fälle in Europa bekannt geworden, darunter in Deutschland.
Virologe Christian Drosten (Archivbild) - SNA, 1920, 28.04.2021
Drosten gibt vorerst Entwarnung wegen Indien-Mutante
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