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Hamburg: 40.000 Impfdosen im Müll gelandet

© REUTERS / RODRIGO GARRIDOGebrauchte Spritzen (Symbolbild)
Gebrauchte Spritzen (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.04.2021
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Obwohl Deutschland bei der Impfgeschwindigkeit gegen das Coronavirus hinter anderen Ländern weit zurückliegt, landen immer wieder Impfdosen im Müll. Das Problem ist die rechtliche Verantwortung für das Verabreichen des gesamten in den Ampullen vorhandenen Impfstoffs, berichtet der NDR.
Hintergrund ist, dass sich in den Ampullen eine Überschussmenge an Impfstoff befindet, die noch einmal eine vollständige Dosis ergibt. Von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) ist aber nur eine bestimmte Anzahl an Impfdosen pro Behältnis zugelassen. Damit ergibt sich eine unklare rechtliche Situation in Bezug auf den übrigbleibenden Impfstoff in den Ampullen. Viele Ärzte gehen lieber auf Nummer sicher und entsorgen die Überschussmenge, anstatt sie zu verimpfen, wie Recherchen von NDR Info zeigen.

Hausärzte mal so, mal so

Die vom NDR interviewte Ärztin Jana Husemann findet es angesichts der Impfstoffknappheit „wirklich unverantwortlich, nicht alles auszuschöpfen, was gerade möglich ist“. In ihrer Praxis in Hamburg-Altona verimpft sie auch die zusätzliche und nicht offiziell zugelassene elfte Dosis pro Ampulle Astrazeneca beziehungsweise die siebte Dosis in den Fläschchen von Biontech.
Viele andere Hausärzte entsorgen dagegen den kostbaren zusätzlichen Impfstoff aus Sorge, für eventuell resultierende Impfschäden haftbar gemacht zu werden.

Impfzentren müssen entsorgen

Noch eklatanter ist die Impfstoffverschwendung wohl in Impfzentren, berichtet der NDR. Im Hamburger Impfzentrum in den Messehallen beispielsweise werde ausschließlich die zugelassene Anzahl an Impfdosen verwendet, der Rest wird weggeworfen. Bei etwa 8000 Impfungen am Tag kommt da eine Menge zusammen. Im Impfzentrum sei das Verabreichen der Überschussmenge in den Ampullen aus rechtlichen Gründen nicht möglich, so der Ärztliche Leiter des Impfzentrums gegenüber dem NDR.
Nach Berechnungen des Rechercheteams wurden in dem Hamburger Impfzentrum bisher knapp 240.000 Dosen Biontech und 91.000 Dosen Astrazeneca verimpft. Gehe man davon aus, dass pro Ampulle jeweils eine zusätzliche Imfdosis zur Verfügung steht, wurden damit allein in diesem einen Impfzentrum seit Beginn der Impfungen rund 35.000 potenzielle Dosen Biontech und 8000 potenzielle Dosen AstraZeneca weggeworfen.
Die Hamburger Gesundheitsbehörde schreibt auf Anfrage von NDR Info, es gebe keine verbindliche Handlungsanweisung und es sei auch keine in Planung. Die Dosen würden gemäß EMA-Zulassung entnommen. Alles Weitere liege in der Verantwortung des Impfarztes beziehungsweise der Impfärztin.
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