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Nach Kritik von Missbrauchsopfern: Kardinal Marx verzichtet auf Bundesverdienstkreuz

© AFP 2021 / HANDOUTKardinal Reinhard Marx und Papst Franziskus
Kardinal Reinhard Marx und Papst Franziskus - SNA, 1920, 27.04.2021
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Der Münchner Kardinal Reinhard Marx verzichtet nach Kritik von Missbrauchsopfern auf das Bundesverdienstkreuz. Wie ein Sprecher des Erzbistums von München und Freising mitteilte, richtete Marx per Brief eine entsprechende Bitte an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Die Auszeichnung hätte dem ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz am Freitag in Berlin überreicht werden sollen. Zuvor hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ über den Verzicht berichtet.
Eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes teilte mit, dass der Bundespräsident die Entscheidung „respektiere“.
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Den Angaben des Erzbistums nach dankte Marx für die „hohe Ehre der Verleihung“, an der das Staatsoberhaupt „auch in Reaktion auf die öffentliche Kritik wertschätzend und wohlwollend“ festgehalten habe. Ihm sei bewusst gewesen, dass die Auszeichnung auch Anlass zur selbstkritischen Betrachtung seines Wirkens und der Arbeit der katholischen Kirche insgesamt sei.
„Die Kritik, die nun von Menschen geäußert wird, die von sexuellem Missbrauch im Raum der Kirche betroffen sind, nehme ich sehr ernst, unabhängig von der Richtigkeit der einzelnen Aussagen in Offenen Briefen und in der medialen Öffentlichkeit.“
Im Sinne der Aufarbeitung, der er sich persönlich und als Amtsträger der Kirche verpflichtet habe, blende er diese Kritik nicht aus.
Marx schrieb den Angaben nach weiter, er wolle mit dem Verzicht auch negative Interpretationen verhindern mit Blick auf andere Menschen, denen die Auszeichnung zuteil geworden sei. Zudem wolle er auch dem Amt des Bundespräsidenten keinen Schaden zufügen.
Marx ist seit 2008 Erzbischof von München und Freising. Von 2014 bis 2020 war er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.
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