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Explosion in Munitionslager: Lawrow vermutet Verletzung internationaler Verträge durch Prag

© SNA / Pressedienst des russischen Außenministeriums  / Zur BilddatenbankRusslands Außenminister Sergej Lawrow
Russlands Außenminister Sergej Lawrow - SNA, 1920, 26.04.2021
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Die Europäische Union sollte laut dem russischen Außenminister, Sergej Lawrow, den Vorfall um die Explosion im Waffenlager in Vrbetice aufklären. Es besteht ihm zufolge der Verdacht, dass Prag gegen eine Reihe von internationalen Verträgen verstoßen hat.
„All diese verwirrenden Kommentare und Äußerungen sind emotional, nicht sehr vernünftig, würde ich sagen. Die Europäische Union sollte wahrscheinlich all dies wie auch andere Fragen, die mit dieser Geschichte verbunden sind, aufklären. All dies geschah auf ihrem Territorium. Soweit man annehmen kann, ausgehend von den Expertenkommentaren, geschah all dies unter Verletzung einer ganzen Reihe von Normen und Regeln, die in der Europäischen Union gelten“, sagte Lawrow am Montag bei einer Pressekonferenz in Moskau, die am Rande seines Treffens mit seinem honduranischen Amtskollegen, Lisandro Rosales Banegas, stattfand.
„Es gibt auch wesentliche Hinweise darauf, dass sowohl internationale Übereinkommen, darunter auch die Ottawa-Konvention, die Infanterieminen verbietet, als auch der sogenannte Waffenhandelsvertrag verletzt wurden, deren Teilnehmer, soweit ich weiß, Mitglieder der Europäischen Union sind. Also denke ich, dass jetzt gerade der Zeitpunkt für Brüssel ist, irgendwie zu erklären, was auf dem Territorium seiner Mitgliedsländer passiert“, fügte der Minister hinzu.
Zudem bezeichnete Lawrow den Vorschlag des tschechischen Präsidenten Miloc Zeman, alle Versionen der Explosion in Vrbetice zu prüfen, als vernünftig.
„Präsident Zeman hat nur vorgeschlagen, alle Versionen von dem, was vor sieben Jahren in dem Waffendepot passiert war, weiter zu prüfen. Sonst nichts. Und die Tatsache, dass unter anderem die Parlamentsführung auf diese absolut vernünftige Erklärung reagiert und dem Präsidenten Zeman vorgeworfen hat, die Ermittlungen zu behindern, zeigt nur das Einzige, dass jemand, einschließlich derjenigen, die solche Erklärungen abgeben, bereits für sich selbst alles entschieden und festgelegt hat, dass es keine anderen Versionen außer jener gibt, dass Russland daran schuld ist. Obwohl die Leitung der tschechischen Staatsanwaltschaft gleichzeitig mitteilt, dass die Ermittlungen fortgesetzt würden“, so der russische Chefdiplomat.

Zeman äußerte sich zur Explosion im Munitionslager in Vrbetice

Am Sonntag äußerte sich der tschechische Präsident, Milos Zeman, zu der Situation um die Explosion im Munitionslager in Vrbetice im Jahr 2014. Ihm zufolge gibt es in diesem Fall noch immer viele ungeklärte Umstände und daher sei es notwendig, auf die Ergebnisse der Untersuchung zu warten.
Es gebe zwei mögliche Gründe für den Vorfall: Mangelnde Kompetenz der Lagerarbeiter oder Handlungen von ausländischen Geheimdiensten. Zeman merkte an, dass er zuvor nie über eine mögliche Beteiligung Russlands an dem Vorfall informiert worden sei.
Der tschechische Präsident Miloš Zeman (Archivbild) - SNA, 1920, 25.04.2021
Explosion in Munitionslager: Tschechiens Präsident von „russischer Spur“ nicht überzeugt
„Nach den Explosionen in Vrbetica hat der Abwehrdienst sechs Jahre lang in keinem seiner Jahresberichte, selbst in dem streng vertraulichen Teil, eine mögliche Beteiligung von Mitarbeitern der russischen Geheimdienste gemeldet“, sagte Zeman.
Laut Zeman gibt es in diesem Fall viele weiße Flecken. Die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen und man müsse auf ihre Ergebnisse warten.

Ausweisung russischer Diplomaten aus Prag

Am 17. April hatte Tschechien russischen Geheimdiensten vorgeworfen, hinter der Explosion im Munitionslager im tschechischen Vrbetice im Jahr 2014 zu stecken. In diesem Zusammenhang verwies Tschechien 18 russische Diplomaten des Landes. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie für russische Geheimdienste gearbeitet haben sollen. Darauf erklärte Moskau 20 Mitarbeiter der tschechischen Botschaft zu unerwünschten Personen.
Das Außenministerium in Moskau dementierte eine Beteiligung russischer Geheimdienste an der Explosion in Vrbětice. Die Anschuldigungen Tschechiens seien „absurd und haben weder Hand noch Fuß“, hieß es in Moskau. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete die Ermittlungen zu Vrbětice als „Marasmus-Parade“.
US-Außenministerium in Washington (Archivbild) - SNA, 1920, 24.04.2021
Diplomatenstreit mit Prag: USA bestellen russischen Geschäftsträger ein
Am Mittwoch hatte der neue tschechische Außenminister, Jakub Kulhanek, von Russland gefordert, die Rückkehr aller ausgewiesenen tschechischen Diplomaten in die Moskauer Botschaft zu ermöglichen, und gewarnt, andernfalls die zahlenmäßige Stärke der russischen Botschaft auf fünf Diplomaten zu kürzen.
Nach Verstreichen des Ultimatums an Russland am Donnerstag beschloss Tschechien, die Personalstärke der russischen Botschaft in Prag an die der tschechischen Botschaft in Moskau anzugleichen. Das bedeutet im Grunde genommen die Ausweisung von weiteren rund 70 russischen Diplomaten, die Prag bis Ende Mai zu verlassen haben.
Dem russischen Außenamt zufolge wird auch dieser unfreundliche Schritt Prags nicht unbeantwortet bleiben.
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