Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Deutschland stellte 750 Millionen Euro bereit: Maas gibt Scheitern des Arabischen Frühlings zu

© REUTERS / JOHANNA GERONBundesaußenminister Heiko Maas
Bundesaußenminister Heiko Maas - SNA, 1920, 24.04.2021
Abonnieren
Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich auf der Konferenz EuropaCamp 2021 zur Rolle und Verantwortung Europas im Arabischen Frühling geäußert. Deutschland hat ihm zufolge in den letzten zehn Jahren mehr als 750 Millionen Euro für die Unterstützung der Länder in dieser Region ausgegeben – die meisten Arabellionen seien jedoch gescheitert.
Diese Prozesse hätten sich auf mehr als zehn arabische Länder erstreckt und in vielen von ihnen endlich zum Regimesturz geführt. Doch ein Jahrzehnt später seien die Hoffnungen Ernüchterung gewichen.
„Das ist eine Entwicklung, bei der es viel Hoffnung gegeben hat, dass eine Demokratisierung in vielen arabischen Ländern stattfinden wird und jetzt, zehn Jahre danach, wenn man es sich anschaut, ist glaube ich die Ernüchterung groß“, sagte Maas in einem Gespräch mit der Journalistin Sandra Maischberger.

Ist der arabische Frühling gescheitert?

Auf die Frage der Journalistin, ob der arabische Frühling letztendlich als gescheitert bezeichnet werden könnte, sagte Mass: „Wenn ich die Erwartungen derer zugrunde lege, die auf die Straße gegangen sind, muss man sagen, dass er ganz sicherlich gescheitert ist.“
Der Arabische Frühling ist dem deutschen Chefdiplomaten zufolge nie das geworden, was viele Menschen davon erwartet hätten. Es ging vor allem um mehr Demokratie und Freiheit und um mehr Wohlstand – dies sei aber nicht erreicht worden.
„Wenn man sich diese Länder heute anschaut, muss man feststellen, selbst in Ländern wie Tunesien, wo es politisch besser geworden ist, hat das nicht unbedingt dazu geführt, dass das Leben der Menschen im Wesentlichen, gemessen an ihren Erwartungen, so viel besser geworden ist.“
Er fügte hinzu, dass Deutschland in zehn Jahren mehr als eine Dreiviertel Milliarde Euro zur Verfügung gestellt habe, um den Aufbau demokratischer Institutionen zu schaffen.
Proteste in Libyen 2011 (Archivbild) - SNA, 1920, 15.02.2021
„Wir wollen die Wahrheit wissen“ – Gaddafi-Berater über Aufstände in Libyen vor zehn Jahren
Es ist aber laut Maas eine Illusion, daran zu glauben, dass man das in den arabischen Ländern seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten bestehende System innerhalb weniger Jahre auf den Kopf stellen könnte.
„Das sind sehr sehr langwierige Prozesse, die da ausgelöst werden, und man muss diese Prozesse unterstützen. (…) Man muss diese Länder wirtschaftlich unterstützen.“
Sind Sie in den sozialen Netzwerken aktiv? Wir auch! Werden Sie SNA-Follower auf Telegram, Twitter oder Facebook! Für visuelle Inhalte abonnieren Sie SNA bei Instagram und YouTube!
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала