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Tschechischer Premier: Prag an „korrekten Beziehungen“ zu Moskau interessiert

© SNA / Eduard Erben / Zur BilddatenbankPrag
Prag - SNA, 1920, 23.04.2021
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Tschechien ist laut dem Ministerpräsidenten des Landes, Andrej Babis, an „korrekten Beziehungen“ zu Russland interessiert. Er hat Moskau vorgeworfen, die bilateralen Beziehungen zerstört zu haben.
„Russland hatte die Gelegenheit, die Situation zu korrigieren, nutzte sie jedoch nicht. Moskau zerstörte unsere gegenseitigen Beziehungen, die jetzt auf dem Gefrierpunkt stehen. Tschechien ist an korrekten Beziehungen zu Russland als einem souveränen Staat mit einem anderen interessiert“, sagte Babiš in einem Interview mit der Regionalzeitung Deník.
Auf die Frage, ob Verbündete in der Nato und der EU russische Diplomaten als Zeichen der Solidarität mit Tschechien ausweisen würden, antwortete Babis, er werde sie dazu aufrufen. „Auf der nächsten Tagung des Europäischen Rates werde ich unsere Partner aufrufen, damit zu beginnen“, sagte der tschechische Ministerpräsident.

Tschechischer Ex-Präsident Klaus kritisiert Streit mit Moskau

Der frühere tschechische Präsident Vaclav Klaus hat scharfe Kritik am Verhalten der Regierung in Prag im Streit mit Russland geübt.
„Dass wir eine der Weltmächte ankläffen, ist etwas, wofür ich mich schäme“, sagte der 79-jährige der Zeitung „Blesk“ (Freitag). Ultimaten zu stellen, nur weil man glaube, dass EU und Nato hinter einem stünden, sei „kein Ausdruck einer selbstbewussten Außenpolitik“. Klaus sprach von einem „unglaublichen Chaos, das hier regiert“.
Klaus warf Ministerpräsident Andrej Babis vor, die Affäre für den Wahlkampf zu missbrauchen. „Es ist einfach kein Zufall, dass dies jetzt zum Vorschein kommt”, sagte der neoliberale Politiker. Anfang Oktober wird ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Eine Umfrage der Agentur STEM, die kurz vor der diplomatischen Krise entstand, sagte einen Sieg der oppositionellen Piratenpartei voraus. Ihr Bündnis mit der Bürgermeisterpartei käme demnach auf 27,9 Prozent der Stimmen, die ANO von Babis nur auf 24 Prozent.

Explosion im Munitionsdepot Vrbetice

Prag wirft russischen Geheimdiensten vor, für Explosionen in einem Munitionslager in Vrbetice im Jahr 2014 verantwortlich zu sein. Dabei waren zwei Menschen gestorben. Ministerpräsident Andrej Babis sprach von einem „beispiellosen terroristischen Anschlag“. Am Wochenende wies Tschechien 18 russische Diplomaten aus, die für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR und für den militärischen Nachrichtendienst GRU gearbeitet haben sollen.
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