Drei Monate vor Olympia: Tokio vor erneutem Corona-Notstand

© REUTERS / KIM KYUNG-HOONRadfahrer vor der Sporthalle Ariake Arena
Radfahrer vor der Sporthalle Ariake Arena - SNA, 1920, 22.04.2021
Die Corona-Infektionszahlen in Tokio sind wieder bedenklich. Olympia-Gastgeber Japan will deshalb erneut den Notstand verhängen. Das IOC ist aber deswegen nicht beunruhigt.
Der Olympia-Stadt Tokio drohe drei Monate vor den Sommerspielen wegen stark steigender Infektionen erneut der Notstand. Die Regierung wolle den Notstand für Tokio sowie Osaka, Kyoto und die Präfektur Hyogo voraussichtlich ab Sonntag bis zum 11. Mai in Kraft setzen, berichteten japanische Medien am Donnerstag. Eine Entscheidung solle am Freitag fallen. In diesen Zeitraum fällt die sogenannte „Goldene Woche“, eine Aneinanderreihung nationaler Feiertage, in der normalerweise Millionen Japaner auf Reisen gehen.
Kurz vor den geplanten Olympischen Spielen verhängt Japan damit zum dritten Mal über Tokio den Notstand. Grund ist die starke Ausbreitung neuer Virus-Varianten. „Diese Maßnahme würde dem sehr sorgfältigen Ansatz der japanischen Behörden entsprechen“, hatte Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, bereits am Mittwoch in Erwartung der Entscheidung gesagt, berichtet die DPA.

Kein Lockdown

Tokio ist im Sommer Gastgeber für die Olympischen Spiele und die Paralympics. Die Spiele waren wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden. Japan ist zwar bisher deutlich besser durch die Pandemie gekommen als viele andere Länder. Doch nun steigen die Infektionen wegen neuer Varianten wieder deutlich an. Die bisher ergriffenen Maßnahmen reichten nicht, so Gouverneurin Yuriko Koike.
Ein Lockdown ist der Notstand in Japan jedoch nicht. Tokio meldete am Donnerstag innerhalb von 24 Stunden861 Neuinfektionen und plant laut Medienberichten Kaufhäuser, Freizeitparks, Bars und andere Unternehmen aufzufordern, vorübergehend zu schließen. Auch könnten Zuschauer bei bestimmten Veranstaltungen untersagt werden. Experten warnen davor, dass in den nächsten Wochen die Infektionen wegen neuer Virus-Varianten weiter stark ansteigen könnten. Japans Impfkampagne geht seit Beginn/Mitte Februar nur schleppend voran.

Zulassung einheimischer Zuschauer?

Japans Olympia-Macher halten dennoch an den Plänen in Tokio fest. Da die Corona-Infektionen steigen, wollen sie über die Zulassung heimischer Zuschauer später als geplant entscheiden. Womöglich können sie es erst im Juni beschließen, bestätigte Organisationschefin Seiko Hashimoto am Vortag. „Ich glaube, wir brauchen etwas mehr Zeit, um ein genaues Urteil fällen zu können“, sagte Hashimoto laut DPA.
Noch in diesem Monat sollte über die Frage entschieden werden. Ausländische Fans und die Familien internationaler Athleten hatten Japans Olympia-Macher bereits zuvor ausgeschlossen. Wegen der Corona-Pandemie ist es immer noch nicht sicher, ob die Sommerspiele ausgetragen werden können. In Japan sprach sich zuletzt in Umfragen eine klare Mehrheit dafür, die Spiele erneut zu verlegen oder abzusagen. IOC-Chef Bach versicherte jedoch erneut, Tokio sei „weiterhin der bislang am besten vorbereitete Olympia-Gastgeber“.
Maskottchen der Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 - SNA, 1920, 14.04.2021
Olympia 2021 wird „Sieg der Menschheit über die Pandemie“ – IOC-Vize
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