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Experten geben Entwarnung: Schwere Corona-Fälle bei Kindern „extrem selten“

© REUTERS / IVAN ALVARADOExperten geben Entwarnung: Schwere Corona-Fälle bei Kindern „extrem selten“
Experten geben Entwarnung: Schwere Corona-Fälle bei Kindern „extrem selten“ - SNA, 1920, 22.04.2021
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Zwei große Medizinerfachverbände haben in einer Stellungnahme Entwarnung gegeben: Trotz steigender Corona-Fallzahlen unter Kindern und Jugendlichen ist die Gefahr sehr gering, dass diese daran ernsthaft erkranken oder gar sterben.
Die aktuelle Diskussion in Deutschland um die weitere Entwicklung der Pandemie betrifft auch Kinder und Jugendliche: Verschiedene Experten fordern die Schließung von Schulen und Kitas, und die Bundesregierung sowie einige Landesregierungen haben solche Maßnahmen angekündigt oder bereits umgesetzt. Die Nachrichten erwecken den Eindruck, als würden Kinder und Jugendliche zu den besonders gefährdeten Teilen der Bevölkerung im Rahmen der Sars-Cov-2-Pandemie gehören.
Dies geht mit großen Sorgen und Ängsten von Eltern, zum Teil aber auch von Kindern und Jugendlichen selbst einher. Deshalb haben sich die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) entschlossen, in einer gemeinsamen Stellungnahme die verfügbaren Fakten zu Hospitalisierung und Sterblichkeit von Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu veröffentlichen.

„Eltern übergroße Sorgen nehmen“

In der Stellungnahme heißt es:
„Jeder einzelne Fall eines schwer erkrankten oder verstorbenen Kindes an einer Sars-Cov-2-Infektion ist ein Fall zu viel und ein unerträgliches Einzelschicksal für Kind und Familie. Die nun seit Beginn der Pandemie gemachte Beobachtung, dass von den schätzungsweise 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nur etwa 1200 mit einer Sars-Cov-2-Infektion im Krankenhaus (weniger als 0,01 Prozent) behandelt werden mussten und vier an ihrer Infektion verstarben (weniger als 0,00002 Prozent), sollte Anlass sein, Eltern übergroße Sorgen vor einem schweren Krankheitsverlauf bei ihren Kindern zu nehmen.“
DGPI und DGKH haben seit Beginn der Pandemie im März 2020 insgesamt acht im Zusammenhang mit Covid-19 verstorbene Kinder erfasst. Davon waren drei Kinder in einer palliativen Situation verstorben, in einem Fall war die Einordnung nicht möglich. Bei insgesamt vier Kindern wurde Covid-19 als Todesursache festgestellt.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet dagegen insgesamt unter allen Kindern und Jugendlichen 17 Todesfälle bei 78,537 bis 13. April 2021 erfassten Corona-Todesfällen in ganz Deutschland. Die Diskrepanz zum DGPI-Register erklärt sich dadurch, dass beim RKI sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind („gestorben an“), erfasst werden als auch Personen mit Vorerkrankungen, die mit Sars-Cov-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war („gestorben mit“).
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Weniger Tote durch Corona als durch Grippe, Verkehrsunfall oder Ertrinken

Die Mediziner vergleichen die Corona-Sterbezahlen bei Kindern mit denen bei einer Grippe. So seien in der Saison 2018/19 insgesamt 116 Kinder in Deutschland an Influenza gestorben. Selbst im Vergleich zu Unfalltoten seien die Corona-Zahlen noch als gering einzustufen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur lag im Jahr 2019 die Zahl der durch einen Verkehrsunfall getöteten Kinder bei 55, nach Angaben der DLRG die Zahl der ertrunkenen Kinder bei 25. Die Mediziner merken dazu an:

„Diese Zahlen sollen und dürfen keinesfalls gegeneinander aufgerechnet werden, mögen aber bei der Einordnung helfen.“

Kein Argument für Schul- und Kita-Schließungen

Die beiden Fachverbände der Kinderärzte erklären abschließend:

„Die weiterhin bestehende extreme Seltenheit eines schweren oder gar tödlichen Verlaufes von Sars-Cov-2 bei Kindern und Jugendlichen ist nicht geeignet, als Argument für Schul- und Kita-Schließungen benutzt zu werden. Nur die verbleibende Behauptung, dass zwischen den Infektionen bei Kindern und Jugendlichen und der Überlastung der Intensivstationen und den schweren und tödlichen Verläufen der älteren Erwachsenen ein Zusammenhang bestehe, könnte Kita- und Schulschließungen rechtfertigen. Daten, die diese These bestätigen, fehlen allerdings.“

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