Star-Biologe Dawkins verliert Titel „Humanist des Jahres” wegen „Transphobie”

Richard Dawkins (Archiv) - SNA, 1920, 22.04.2021
Die atheistische Amerikanische Humanistische Assoziation (AHA) hat dem britischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins nach seinen Aussagen über Transgender den Titel „Humanist des Jahres“ entzogen.
Der emeritierte Oxford-Professor, bekannt unter anderem für die Bücher „Der Gotteswahn“ und „Das egoistische Gen“, erinnerte am 10. April auf Twitter an den Skandal um die US-Kulturwissenschaftlerin und Bürgerrechtsaktivistin Rachel Dolezal.
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Im Jahr 2015 war Rachel Dolezal aufgeflogen, die bis 2015 Präsidentin der lokalen Abteilung der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) in der Stadt Spokane (Bundesstaat Washington) war.
Sie hatte sich dabei als Afroamerikanerin ausgegeben, was im Widerspruch zu ihrer tatsächlichen Herkunft stand, wie ihre Eltern im Juni 2015 öffentlich machten. Daraufhin trat sie von ihrem NAACP-Amt zurück, ihr Vertrag als Lehrbeauftragte für afrikanische und afroamerikanische Studien an der Eastern Washington University wurde nicht verlängert.
Dolezal sei dafür verdammt worden, dass sie sich als Schwarze „identifiziere“, obwohl sie eigentlich Weiße sei, meinte Dawkins und schrieb weiter:
„Manche Männer wollen sich als Frauen identifizieren und manche Frauen wollen sich als Männer identifizieren. Man wird dafür verdammt, wenn man verneint, dass sie buchstäblich das sind, womit sie sich identifizieren. Diskutieren Sie.“
Zwei Tage später betonte der 80-jährige Wissenschaftler auf Twitter, er habe Transsexuelle nicht verunglimpfen wollen. Seine Einladung zu einer akademischen Diskussion sei missverstanden worden, was er bedauere. Dawkins hob außerdem hervor, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, sich „mit republikanischen Fanatikern in den USA auf irgendeine Weise zu verbünden“.
Am Montag gab die AHA auf ihrer offiziellen Webseite bekannt, dass sie den 1996 an Dawkins verliehenen Titel „Humanist des Jahres“ ihm nun nach 25 Jahren entziehe.
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Dawkins habe „eine Geschichte von Statements“, die „unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Diskurse marginalisierte Gruppen herabsetzen“, schrieb die Organisation. Seine jüngste Aussage impliziere, „dass die Identität von Transgender-Individuen betrügerisch sei“. Zugleich habe er „Schwarze Identität angegriffen“. Seine anschließenden Erklärungsversuche seien unzureichend gewesen und würden weder Empfindlichkeit noch Aufrichtigkeit vermitteln.
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