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Kernkraft und Erdgas ausgelassen: EU legt Kriterien für „grüne“ Investments vor

© CC0 / Capri23auto / PixabayEU Flagge (Symbolbild)
EU Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.04.2021
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Die EU-Kommission hat am Mittwoch einen delegierten Rechtsakt zur EU-Taxonomie vorgestellt, der ein Klassifizierungssystem für „grüne“ Investitionen einführt. Damit will das Gremium der Pressemitteilung zufolge nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten in der EU besser fördern können.
Im delegierten Rechtsakt zur sogenannten „Klima-Taxonomie“ legte die EU-Kommission nun eine Liste wirtschaftlicher Aktivitäten mit einheitlichen Kriterien vor. Sollten diese erfüllt werden, so kann die wirtschaftliche Aktivität als „grün“ eingestuft werden. Die Liste deckt eine breite Reihe von Bereichen ab, von Produktion, Transport und Bauwesen bis hin zu Versicherung und Kunst. Die neuen Regeln sollen ab dem nächsten Jahr in Kraft treten.
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Durch bessere Sichtbarkeit grüner Investitionen für Investoren erhofft Brüssel, großes Privatkapital in Aktivitäten zu lenken, die die EU-Klimaziele unterstützen. Laut Medienberichten benötige die EU etwa 350 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen jährlich in den nächsten zehn Jahren, um ihre Klimaziele für 2030 zu erreichen. Die Regeln zielen zudem darauf ab, „Greenwashing“ zu unterbinden, bei dem Organisationen ihre Umweltfreundlichkeit überbewerten:
„Es fließt zu viel Geld in die falschen Bereiche, in Bereiche, die das Klima schädigen. Wir können dieses Geld nutzbar machen“, gab die EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Mairead McGuinness, im Gespräch mit Reuters bekannt.
Kernkraft und Erdgas, die am meisten umstrittenen Themen bei der Frage der Nachhaltigkeit, werden im Dokument zunächst nicht angesprochen. Laut der Pressemitteilung soll die EU-Kommission die Entscheidung dazu im Laufe des Jahres treffen. Andere Sektoren, wie etwa die Forstwirtschaft und die Bioenergie, werden im Text thematisiert, was Medienberichten zufolge für Empörung unter den Klimaaktivisten sorgte.
Besonders problematisch erwies sich nach Medienangaben die Einstufung der Atomkraft. Zwar unterstrichen einige EU-Berater den niedrigen Ausstoß von Treibhausgasen, die anderen verwiesen dagegen auf die Schwierigkeiten bei der sicheren Behandlung und Lagerung des radioaktiven Abfalls.
Bei Erdgas konnten Interessengruppen ebenfalls keine Einigung erzielen. Für die östlichen EU-Staaten könnte eine solche Einstufung den Kohleausstieg wesentlich erleichtern. Die nördlichen und westlichen EU-Mitgliedstaaten halten die Klassifizierung als „grün“ für „unglaubwürdig“. Dem schließen sich auch die Klimaaktivisten an. Dem Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland, Matthias Kopp, zufolge verursache das Verbrennen von Holz hohe Emissionen und verschärfe die Klimakrise, sodass die Klima-Taxonomie dann als Greenwashing-Werkzeug dienen werde.
„Ziel und Anspruch der EU-Taxonomie ist die Definition eindeutiger Nachhaltigkeitsniveaus für die zu bewertenden Aktivitäten – nicht jede Aktivität irgendwie in die Taxonomie einzubinden“, betonte er.
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