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Nuklearschlag „als geringeres Übel“: Sonderbarer Tweet des US-Atomwaffenkommandos

© Foto : Air Force Space CommandHauptquartier des US-Atomwaffenkommandos (Archivbild)
Hauptquartier des US-Atomwaffenkommandos (Archivbild) - SNA, 1920, 21.04.2021
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Das US-Militär soll sich mehr mit Szenarien beschäftigen, bei denen der Feind als letzte sinnvolle Maßnahme einen Nuklearschlag auf die Vereinigten Staaten startet. Das ist der Inhalt eines Tweet des zuständigen Kommandos, der ziemlich verstörend auf Twitternutzer gewirkt hat. Um welche Szenarien es gehen soll, erklärte das Kommando nicht.
Einen sonderbaren Tweet hat am Dienstag das „United States Strategic Command“ (US-Stratcom) vom Stapel gelassen, das das Kommando über die Atomwaffen der USA inne hat. Dort steht: „Das Konfliktspektrum heute ist weder linear noch vorhersagbar. Wir müssen die Möglichkeit eines Konflikts ins Auge fassen, bei dem der Feind den Einsatz von Atomwaffen als letztes Mittel der Wahl sieht (Anm.d.Red.: im Original „least bad option“ zu Deutsch: die am wenigsten schlechte Option).“
Über den am Dienstagabend veröffentlichten Tweet berichtete unter anderem das Medium „Futurism“ und kritisierte ihn im selben Zug. Ein Gute-Nacht-Tweet solcher Façon, der in den Abendstunden veröffentlicht und auch im weiteren Verlauf nicht näher erklärt wurde – das hält die Redaktion für verantwortungslos.
Nicht nur „Futurism“ sieht es so. Das zeigen etwa 2000 Kommentare, in denen vor allem eins gefordert wurde: diese Worte zu erklären – neben den üblichen kleinen politischen Anfeindungen zwischen Demokraten und Republikanern, die schon zum guten Ton gehören.

Pläne des Militärs für das kommende Jahr

Denn der Tweet kündigt ein sogenanntes „Posture Statement“ an. In solchen Statements breiten verschiedene Militärzweige ihre Pläne und Prioritäten für das kommende Jahr vor dem Kongress aus. Zu dem Tweet führt „Futurism“ auch einen Kontext aus dem Februar an. Darin warnte Charles Richard, Admiral der Navyes: Es gebe „eine sehr realistische Möglichkeit“ eines Atomkriegs gegen Russland, China oder gar beide in nächster Gegenwart.
Aus Sicht von „Futurism“ – der sich der Autor dieses Artikels anschließt – ist ein Szenario, in dem ein Atomschlag das geringste Übel darstellt, schwer vorstellbar. Außerdem stellt sich die Frage, worauf solche hypothetischen Szenarien hinauslaufen sollen: etwa die Option eines Erstschlags, um dem Erstschlag zuvorzukommen?
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