Impfpass von der Schweizer Post? – Bundesamt für Gesundheit entscheidet

© REUTERS / DENIS BALIBOUSEEin Impfzentru,m in Genf
Ein Impfzentru,m in Genf - SNA, 1920, 21.04.2021
Über 50 Anbieter wollen in der Schweiz dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ihre Version des geplanten Impfpasses präsentieren. Noch in dieser Woche entscheidet das BAG auch über den Anbieter. Auch die Schweizer Post möchte Herausgeber werden.
Noch in der laufenden soll das Bundesamt für Gesundheit (BAG) darüber beschließen, welcher Anbieter den Schweizer Impfpass herausgeben und die Daten darin verwalten wird. Laut Schweizer Medienberichten interessieren sich dafür über 50 Anbieter. In der engen Auswahl sei auch die Schweizerische Post. Erich Goetschi, Mediensprecher der Post, sagte gegenüber der Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“, die Post habe ihm bestätigt, einen Vorschlag für die Entwicklung eines Covid-19-Impfzertifikats für die Schweizer Bevölkerung beim BAG eingereicht zu haben.
Was spricht aber für die Post? Zum Beispiel, dass der vertrauenswürdige Transport von Informationen zu den Kernkompetenzen der Post gehöre, sagt Goetschi.
„Wir sind sehr daran interessiert, unser Wissen zur Bewältigung der Pandemie zugunsten der Bevölkerung einzubringen“, meinte er zum „Tages-Anzeiger“.
Auch der elektronische Datenverkehr gehöre zur Kompetenz der Post – und das in allen privaten und öffentlichen Bereichen. Doch an Konkurrenz mangelt es nicht: Der Schweizer Ärzteverband FMH und der Apothekerverband Pharmasuisse sind ebenfalls im Rennen.
Gerade debattiert der Bund noch heftig darüber, mit welchen Technologien die elektronischen Daten verwaltet werden. Mehrere Angebote basieren laut „Tages-Anzeiger“ auf Blockchain-Technologien. Diese werden auch in Zusammenhang mit Krypto-Währungen (wie Bitcoin) verwendet. Doch wäre es das erste Mal, dass eine solche Technik großflächig genutzt werden würde. Auch die Public-Key-Infrastruktur stehe zur Debatte. Auch diese ist ein System, mit dem man Zertifikate ausstellen, verteilen und prüfen kann.
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Viele Fragen ungeklärt

Neben den technischen Fragen ist noch vieles unklar. Die Ausgestaltung des Impfpasses stehe noch nicht fest. Dabei müssten auch viele Details beachtet werden: Der Pass müsse personalisiert und fälschungssicher sowie zum Reisen in andere Länder geeignet sein. Zudem muss das Impfzertifikat unter allen Einhaltungen des Datenschutzes überprüfbar sein. Im besten Fall kann das elektronische Dokument neben den Impfungen auch Testergebnisse und gegebenenfalls Immunität gegen das Coronavirus speichern.
Die endgültige Nutzung des Impfpasses steht allerdings noch zur Debatte. So sei immer noch nicht entschieden, ob ein Impfpass beim Einlass für Veranstaltungen oder Konzerte eingesehen werden darf. Deswegen habe das BAG noch keine Entscheidung getroffen bezüglich des Impfzertifikates, teilte der Leiter in der Sektion Krisenbewältigung am Dienstag in einer Medienkonferenz mit.
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