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Jugendämter: Zahl der Schulabbrecher könnte sich verdoppeln

© REUTERS / MICHELE TANTUSSISchulunterricht in Deutschland (Symbolbild)
Schulunterricht in Deutschland (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.04.2021
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Die Jugendämter in Deutschland warnen vor einer höheren Zahl an Schulabbrechern aufgrund der Corona-Krise. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter rechnet mit einer Verdoppelung der Schulabbrüche im ersten Corona-Jahr 2020 und noch einmal mit einer Verdoppelung in diesem Jahr.
„Mit Blick auf die beiden Abschlussjahrgänge droht sich die Zahl der Schulabbrecher zu verdoppeln“, sagte Lorenz Bahr, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Normalerweise verlassen pro Jahr rund 104.000 junge Menschen ohne Abschluss die Schule.

„Wir rechnen nun mindestens mit einer Verdopplung: 210.000 Schulabbrecher in 2020 und genauso viele noch einmal in diesem Jahr.“

Diese Entwicklung werde sich durch viele Schichten ziehen, auch Kinder aus der Mittelschicht würden einen „früheren Karriereknick“ erleben. Viele Jugendliche könnten den schulischen und letzten Endes auch den sozialen Anschluss verlieren.

Negative Auswirkungen der Pandemie bereits spürbar

Laut einer Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft und des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ISM) konnten bereits 84 Prozent der Mitarbeiter der Jugendämter über alle Lebensbereiche hinweg negative Auswirkungen der Pandemie auf das Leben von Kindern und Jugendlichen feststellen, berichteten weiter die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Insbesondere die Situation von Kindern mit Migrationshintergrund, bildungsbenachteiligten Kindern sowie Kindern, die in belasteten Familienverhältnissen leben, werde sich weiter verschlechtern, so die Ergebnisse der Umfrage. Besonders betroffen seien demnach Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, Familien, die sich in prekären Lebenslagen befinden, sowie Kinder, deren Eltern psychisch erkrankt sind oder unter Suchtproblemen leiden.
Allein diese Gruppen betreffen rund vier Millionen Kinder und Jugendliche und das zieht sich durch alle sozialen Schichten“, sagte ISM-Leiter Heinz Müller.

„80 Prozent der Kinder und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Haushalten drohen den Anschluss zu verlieren – schulisch, aber auch im Umgang mit sozialen Kontakten oder ehrenamtlichem Engagement in Vereinen.“

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Jugendhilfefonds über fünf Jahre

Die Jugendämter fordern deshalb von Bund, Ländern und Kommunen einen Kinder- und Jugendhilfefonds, der auf fünf Jahre für die Zeit nach der Corona-Krise angelegt sein soll, von 2022 bis 2027. Mit dem Geld sollen Hilfsangebote ausgebaut werden und bestehende Angebote attraktiver gemacht werden, etwa die Vergütung des Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahres.
Bisher werden solche Angebote fast ausschließlich von Abiturientinnen und Abiturienten genutzt. Wir müssen aber gerade auch Jugendliche mit anderen Bildungsabschlüssen oder ohne Schulabschluss erreichen, um ihnen eine Perspektive aufzeigen zu können.“ Es dürfe nicht passieren, „dass Jugendliche durch das Raster fallen und sich direkt in Hartz IV wiederfinden“, sagte Lorenz Bahr, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
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