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„Offener Verrat am türkischen Volk“: Erdogan über Oppositions-Kampagne zu Devisenverkauf

© REUTERS / MURAT CETINMUHURDARDer türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan - SNA, 1920, 21.04.2021
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Mittwoch in einer Rede vor Mitgliedern seiner regierenden AK-Partei der Oppositionspartei, die den Verkauf von Devisenreserven durch die Zentralbank kritisiert hat, Verrat vorgeworfen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Die politische Kampagne der Opposition sei ein „offener Verrat am türkischen Volk“, sagte Erdogan. Die wichtigste Oppositionspartei habe in den vergangenen Wochen Aufklärung darüber gefordert, was mit geschätzten 128 Milliarden Dollar an Devisenverkäufen über die staatlichen Banken in den Jahren 2019 und 2020 geschehen sei, hieß es bei Reuters. Die Veräußerungen hätten die Reserven der Zentralbank stark dezimiert.
Die Oppositionspartei CHP liege „von Kopf bis Fuß falsch“ mit ihren Zahlen, sagte Erdogan. Die Zentralbank habe rund 30 Milliarden Dollar zur Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits verwendet, 31 Milliarden seien an Kapitalabflüssen zu verzeichnen gewesen, während Kunden Devisen und Gold im Wert von 54 Milliarden Dollar gekauft hätten.
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Die türkische Landeswährung Lira sei in den vergangenen beiden Jahren auf immer neue Tiefstände abgerutscht, berichtete Reuters. In Reaktion auf Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sei sie nun auf den tiefsten Stand seit einer Woche gefallen. Der Dollar verteuerte sich im Gegenzug um 1,2 Prozent auf 8,2056 Lira. Investoren seien verunsichert, was den künftigen wirtschaftspolitischen Kurs von Regierung und Zentralbank angeht. Sein Land kämpfe mit einem „Dreieck des Bösen“ aus Zinssätzen, Inflation und Wechselkursen, so Erdogan.
Die Zentralbank wollte den Wechselkurs in der Vergangenheit mit dem Verkauf von Devisenreserven stützen. Die Devisen- und Goldbestände der Türken hätten in den vergangenen Jahren Rekordhöhen erreicht, da immer mehr ihre Ersparnisse umwandelten, um sich vor Inflation und einer schwachen Lira zu schützen. Wenn Türken ihre Ersparnisse in ausländischen Währungen oder Gold halten wollen, könne die Regierung sie nicht zwingen, etwas anderes zu tun, sagte Erdogan dazu.
Der Präsident hatte den Zentralbankchef Naci Agbal im März entlassen, nachdem dieser kurz zuvor den Leitzins von 17 auf 19 Prozent erhöht hatte. Höhere Zinsen machen eine Währung für Anleger attraktiver und können so den Kurs stützen, können aber auch die Konjunktur belasten, da Kredite etwa für den Bau teurer werden. Agbals Nachfolger Sahap Kavcioglu ließ zuletzt verlauten, wegen der hohen Inflation müssten die Zinsen hoch bleiben.
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