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Nach diplomatischem Schlagabtausch: Tschechien stellt Russland Ultimatum

© SNA / Alexej Witwizki / Zur BilddatenbankAlexander Smejewski, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter Russlands in Tschechien (Archiv)
Alexander Smejewski, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter Russlands in Tschechien (Archiv) - SNA, 1920, 21.04.2021
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Nach der gegenseitigen Ausweisung von Diplomaten hat das Außenministerium der Tschechischen Republik den russischen Botschafter, Alexander Smejewski, einbestellt, berichtet ein SNA-Reporter am Mittwoch vor Ort.
Der Botschafter traf um 18.50 Uhr (Moskauer Zeit) im Außenamt ein. Er weigerte sich, Fragen von anwesenden Reportern zu beantworten.
Bei dem Treffen mit dem neuen tschechischen Außenminister Jakub Kulhanek (36) wurde die Situation nach der Ausweisung von 18 russischen Diplomaten aus Prag und von 20 tschechischen Diplomaten aus Moskau besprochen. Medienberichten zufolge stellte Kulhanek Russland ein Ultimatum: Moskau solle die Rückkehr aller 20 ausgewiesenen tschechischen Diplomaten bis Donnerstagmittag, 12.00 Uhr, in die Moskauer Botschaft ermöglichen. Andernfalls werde die Zahl der in Prag akkreditierten russischen Diplomaten auf das gleiche Maß reduziert.

Der neue tschechische Außenminister

Scharfe Reaktion Russlands

Das russische Außenamt verbat sich einen solchen Ton. An diesem Donnerstag werde der tschechische Botschafter ins Ministerium einbestellt, hieß es in Moskau.
„Wir empfehlen Prag, sich Ultimaten für die Kommunikation innerhalb der Nato aufzuheben. Mit Russland ist solch ein Ton unzulässig“, erklärte die amtliche Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa.
Zudem überreichte Kulhanek dem Botschafter eine Protestnote. Beobachter stufen das Zerwürfnis als die schwerste Krise in den Beziehungen beider Staaten seit Jahrzehnten ein.

Explosion im Munitionsdepot Vrbětice

Tschechiens Regierungschef Andrej Babiš hatte am vergangenen Samstag mitgeteilt, dass russische Geheimdienste von den tschechischen Behörden verdächtigt würden, hinter der Explosion im Munitionsdepot Vrbětice im Jahr 2014 zu stecken. Am Wochenende wies Tschechien 18 russische Diplomaten aus, die für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR und für den militärischen Nachrichtendienst GRU gearbeitet haben sollen.
Russland reagierte mit der Ausweisung von 20 Mitarbeitern der tschechischen Botschaft. Das Außenministerium in Moskau dementierte eine Beteiligung russischer Geheimdienste an der Explosion in Vrbětice. Die Anschuldigungen Tschechiens seien „absurd und haben weder Hand noch Fuß“, hieß es in Moskau. Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete die Ermittlungen zu Vrbětice als „Marasmus-Parade“.
Russische Botschaft in Prag - SNA, 1920, 20.04.2021
Russische Diplomaten „aus Solidarität“ ausweisen – Aufruf Tschechiens an EU und Nato
Vizeregierungschef Jan Hamáček, der bis zur Ernennung Kulhaneks die Pflichten des Außenministers kommissarisch erfüllte, sagte, die Tätigkeit der tschechischen Botschaft in Moskau sei „im Grunde genommen lahmgelegt“. Russland erklärte, dass Prag einen „kolossalen Preis“ für seine gegen Russland gerichteten Handlungen gezahlt habe und an diesem Schlag gegen den eigenen diplomatischen Dienst selbst schuld sei.
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