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Im Ganzkörperanzug zur EM: Deutsche Turnerin setzt Zeichen gegen Sexualisierung

© REUTERS / ARND WIEGMANNSarah Voss bei Turn-EM in Basel, 21. April 2021
Sarah Voss bei Turn-EM in Basel, 21. April 2021 - SNA, 1920, 21.04.2021
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Zum Auftakt der Europameisterschaft in Basel hat sich die deutsche Turnerin Sarah Voss in einem Ganzkörperanzug präsentiert, um ein Zeichen gegen die Sexualisierung in ihrer Sportart zu setzen. Andere Turnerinnen aus der deutschen Nationalmannschaft wollen es ihr gleichtun.
Müssen Turnerinnen unbedingt bei Wettkämpfen knappe Turnanzüge tragen? Müssen sie nicht, findet die 21-jährige Sarah Voss. Am Mittwoch trat die deutsche Turnerin bei der EM in Basel erstmalig in einem schwarzen Ganzkörperanzug an, meldet die Deutsche Presse-Agentur.

„Als Teil der deutschen Turn-Nationalmannschaft sind wir für viele jüngere Sportlerinnen auch ein Vorbild und möchten ihnen damit eine Möglichkeit aufzeigen, wie sie sich auch in einer anderen Bekleidungsform ästhetisch präsentieren können, ohne sich bei bestimmten Elementen unwohl zu fühlen.“

Sarah Voss
Deutsche Turnerin
Sie sei stolz, den Anzug tragen zu dürfen, und sie habe sich darin sehr wohl gefühlt, so die WM-Siebte am Balken. Man bewege sich sehr viel, und in den sonst üblichen, äußerst knappen Anzügen fühle man sich nicht immer 100 Prozent wohl. Damit steht Voss nicht allein da. Wie Cheftrainerin Ulla Koch berichtet, sei die Idee dazu bereits im vergangenen Sommer entstanden, als eine Sportlerin zu ihr gekommen sei und gesagt habe, sie fühle sich „nackt“ in dem normalen Anzug.
Im Mehrkampffinale am Freitag wollen auch die Stuttgarterinnen Elisabeth Seitz und Kim Bui in den selbstdesignten und handgeschneiderten Ganzkörperanzügen antreten. Seitz hatte erst kürzlich in einem Beitrag des SWR beklagt, im Frauenturnen werde die Grenze zwischen Ästhetik und Sexualisierung immer wieder überschritten.
„Die Leute müssen verstehen, dass schönes Turnen nicht bedeutet, dass man das besonders geil findet oder dass Männer das sehr anzüglich finden“, so die Olympia-Vierte von 2016 am Stufenbarren. Problematisch seien auch Fotos von Wettkämpfen. Sie sehe immer wieder solche Aufnahmen, „die mir überhaupt nicht gefallen, eben weil mir in den Schritt fotografiert wurde“, sagt die 27-Jährige. Diese Aufnahmen entfernen zu lassen, sei jedoch schwierig.
Der Auftritt von Sarah Voss im Ganzkörperanzug hat bereits beim Einturnen für interessierte Blicke gesorgt, berichtet die Deutsche. „Wir haben erstmal den Anstoß gegeben. Wir freuen uns, wenn andere die Innovation aufgreifen und wir einen Trend gesetzt haben.“
 Japanische Künstlerin  Naomi Watanabe  - SNA, 1920, 18.03.2021
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