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Wissenschaftler fordern Entschädigung für ehemalige Vertragsarbeiter in der DDR

CC BY-SA 2.0 / Adrián Pérez / DDRDDR (Symbolbild)
DDR (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.04.2021
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100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern in einem offenen Brief an den Bundestag, ehemalige Vertragsarbeiter in der DDR zu entschädigen und erlittenes Unrecht anzuerkennen.
Rund 20.000 Menschen aus Mosambik waren in der DDR beschäftigt und kämpfen bis heute um ihren einbehaltenen Lohn und um künftige Rentenansprüche. Mit Blick auf die damaligen Vertragsbedingungen kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Bundesrepublik offene Ansprüche anerkennen muss. Dies formulieren sie in einem Offenen Brief, der am 19. April offiziell an die Bundesregierung übergeben wurde.

„Madgermanes“ demonstrieren für ihren Lohn

Den mosambikanischen Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeitern, die zwischen 1979 und 1990 in der DDR angeworben wurden, entstanden erhebliche Nachteile. Über einen so genannten Lohntransfer behielt die DDR Lohnanteile der Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter ein, welche bei ihrer Rückkehr in Mosambik ausgezahlt werden sollten. Diese Rückzahlungen blieben jedoch aus.
Als die Gastarbeiter 1990 nach dem Mauerfall in ihre Heimat zurückkehren mussten, fanden sie ein von zwölf Jahren Bürgerkrieg zerrüttetes Land vor und waren um die versprochenen finanziellen Rücklagen betrogen worden. Man hatte ihnen versichert, einen erheblichen Teil ihres Lohnes auf persönliche Konten in Mosambik zu überweisen. Doch das Geld verblieb in der DDR, wurde mit mosambikanischen Staatskrediten verrechnet und der DDR auf dem Hartwährungsmarkt – zu diesem zählte das sozialistisch orientierte Mosambik – gutgeschrieben.
Seit über dreißig Jahren demonstrieren jeden Mittwoch die verbliebenen Vertragsarbeiter, die sogenannten „Madgermanes“, in Maputo vor der Deutschen Botschaft für die Rückgabe ihrer einbehaltenen Löhne.
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Entschädigung und Anerkennung des erlittenen Unrechts

Die Fraktion Die Linke hatte zur Thematik einen Antrag in den Bundestag eingebracht, in dem eine Aufklärung über die damaligen Verträge und ein Entschädigungsfonds gefordert wird, aus dem zumindest ein Teil der Forderungen abgegolten werden könnte.
„Zurzeit diskutiert die Bundesregierung einen Härtefallfonds für bisher nicht anerkannte Rentenansprüche von DDR-Bürgern, jüdischen Zuwanderern und Spätaussiedlern. Hier geht es um außerhalb der BRD erbrachte Arbeitsleistungen und die heutige Lebenssituation der Betroffenen“, erklärt Matthias Höhn (Die Linke) zu einer möglichen Verantwortung der Bundesregierung für Entschädigungen und fährt fort:

„Auch im Fall der Vertragsarbeiter entstehen Ansprüche aus den Arbeitsjahren in der DDR. Für die Betroffenen in Mosambik braucht es daher Entschädigung und Anerkennung ihrer Leistungen und des erlittenen Unrechts.“

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