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Anti-Corona-Medikament von Roche: zugelassen, teuer, stärkt das Immunsystem

© REUTERS / Michael BuholzerLogo des Pharmkonzerns Roche
Logo des Pharmkonzerns Roche - SNA, 1920, 21.04.2021
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Ein Medikament des Schweizer Pharmakonzerns Roche soll mithilfe von Antikörpern den Verlauf von Covid-19 mildern. Der Preis ist noch nicht bekannt. Klar ist aus früheren Verhandlungen aber: Es ist teuer.
Die Schweizer Regierung hat am Dienstag bekanntgegeben, dass sie mit dem Pharmahersteller Roche einen Vertrag über 3000 Dosen eines neuen Medikamentencocktails gegen das Coronavirus unterschrieben habe. Das Medikament mit dem Namen „RegN-Cov2“ soll Mitte Mai in der Schweiz ankommen, berichtet das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).

Oft eingesetzt ohne Zulassung

Swissmedic, die Schweizer Arzneimittelaufsicht, erteilte offiziell die Zulassung dafür. Bei dem Medikament handelt es sich um eine Mischung künstlich hergestellter Antikörper – Casirivimab und Imdevimab. Dabei sollen diese Antikörper helfen, das natürliche Immunsystem gegen das Coronavirus zu stärken. Die Entwicklung von „RegN-Cov2“ fand im US-Biotechnologieunternehmen Regeneron Pharmaceuticals statt. Roche nahm dabei eine unterstützende Position ein.
Das Medikament wurde bereits in einigen Ländern vor der Zulassung eingesetzt. In den USA wurde das Präparat im November 2020 zugelassen. Dennoch erhielt der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, im Oktober eine Dosis verabreicht, als er mit Covid-19 im Krankenhaus lag. Trump war nach einer knappen Woche wieder einsatzbereit und im Wahlkampf beteiligt.
Vereinzelt wurde das Medikament auch in der EU eingesetzt, ohne die Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörden (EMA). In der Schweiz gab es in der Vergangenheit eine Empfehlung der Covid-19-Taskforce, „RegN-Cov2“ zu nutzen, auch wenn es noch keine Zulassung für das Medikament gab.

Tausende Euro pro Dosis?

„RegN-Cov2“ wird einmalig intravenös an Patienten in einem frühen Stadium der Ansteckung verabreicht. Die künstlichen Antikörper werden aus dem Plasma von Menschen gewonnen, welche eine Covid-19 Infektion überstanden haben. Da das Medikament teuer ist und nur in kleinen Mengen verfügbar, wird es nur dann angewendet, wenn ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf besteht.
Laut Angaben des Herstellers haben Resultate der dritten Studienphase gezeigt, dass das Medikament das Risiko symptomatischer Corona-Infektionen um 81 Prozent verringert. Die Ergebnisse basieren nach jetzigem Stand jedoch alleine auf den Herstellerangaben. Trotz Abschluss der dritten Studienphase wartet das Medikament noch in der EU auf eine Zulassung der Ema.
Die Kosten des Medikaments teilte die Bundesregierung bisher nicht mit. Von früheren Verhandlungen lässt sich jedoch rekonstruieren, dass eine Dosis vermutlich mehrere tausend Euros kostet, schreibt das SRF. Der Bund will die Kosten der Behandlung übernehmen, bis diese von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen werden. Dafür muss es jedoch in die Liste der kassenpflichtigen Medikamente aufgenommen werden.
Covid-Globulin - SNA, 1920, 08.04.2021
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