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SPD zum Fall Wirecard: „Größter Wirtschaftsprüfungsskandal der europäischen Geschichte“

© AFP 2021 / CHRISTOF STACHEStandort des Unternehmens Wirecard in Aschheim (Archivbild)
Standort des Unternehmens Wirecard in Aschheim (Archivbild) - SNA, 1920, 20.04.2021
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Die Sozialdemokraten im Wirecard-Ausschuss kritisieren, dass sich die Union von der Lobby der Wirtschaftsprüfer beeinflussen lässt. Das machte die SPD am Dienstag gegenüber Journalisten deutlich.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) habe Reformen bei der Wirtschaftsprüferaufsicht Apas blockiert, kritisierte Cansel Kiziltepe (SPD), Obfrau im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Nun stemme sich die Union gegen strenge Haftungsregeln für Wirtschaftsprüfer, sagte sie weiter. „Die Lobby ist mit voller Kraft am Werk und findet viele offene Türen bei unserem Koalitionspartner. Von einem Umdenken angesichts der zahlreichen Lobbyismus- und Korruptions-Skandale in der Union ist wenig zu merken.“
„Kern der Causa Wirecard“ sind nach Ansicht von Kiziltepe jahrelang falsch testierte Bilanzen gewesen. Im vergangenen Sommer hatte der ehemalige Dax-Konzern ein Bilanzloch von 1,9 Milliarden Euro eingestanden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Jahresabschlüsse mindestens seit 2015 falsch waren. Die Wirtschaftsprüfer von „Ernst and Young“ (EY) hatten jedoch jahrelang ihre Stempel unter diese Abschlüsse gesetzt.
Von dem „größten Wirtschaftsprüfungsskandal in der europäischen Geschichte“ sprach der SPD-Abgeordnete Jens Zimmermann. „Wir haben im Wirecard-Skandal über zehn Jahre Bilanzen, die im wahrsten Sinne des Wortes Brief und Siegel bekommen haben. Das ist die Aufgabe von Wirtschaftsprüfern, für die Anleger, für den Kapitalmarkt, für die Öffentlichkeit, diese Bilanzen zu prüfen. Und wenn dann 1,9 Milliarden Euro in den Büchern fehlen, dann kann bei der Prüfung der Bücher nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein. Wenn wir am Anfang des Ausschusses von einem Wirtschafts-Skandal gesprochen haben, können wir jetzt mit Fug und Recht von einem Wirtschaftsprüfungs-Skandal sprechen“, betonte Zimmermann.
Der Untersuchungsausschuss soll im Bundestag unter anderem klären, ob die Politik und deutsche Behörden im Fall des aufstrebenden Finanztechnologie-Unternehmens absichtlich ein Auge zugdrückt haben. Zimmermann sieht hier vor allem bayrische Behörden und Politiker im Fokus.
Am Dienstag wird Altmaier als Zeuge im Ausschuss erwartet, weil sein Ministerium für die Wirtschaftsprüferaufsicht Apas zuständig ist. Auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) ist als Zeuge am Donnerstag geladen, weil die Finanzaufsicht Bafin seinem Ministerium unterstellt ist. Am Freitag soll dann Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aussagen. Sie soll sich während einer China-Reise für Wirecard eingesetzt haben, nachdem der frühere Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei ihr vorgesprochen hatte.
Wirecard in München - SNA, 1920, 16.03.2021
Verdacht – Versuchte die Bundesregierung Wirecard mit einem Staatskredit zu retten?
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