Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Schweizer Rassismus zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück

© AFP 2021 / FABRICE COFFRINIPlakat der Anti-Burka-Kampagne ist auf einer Straße in Lausanne zu sehen (Archivbild)
Plakat der Anti-Burka-Kampagne ist auf einer Straße in Lausanne zu sehen (Archivbild) - SNA, 1920, 20.04.2021
Abonnieren
Ein Bericht über rassistische Vorfälle in der Schweiz 2020 von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus und Schweizer Beratungsstellen zeigt: Die Fälle haben sich aus der Öffentlichkeit in den persönlichen Raum verschoben. Dabei zeichnet sich der Arbeitsplatz als größter Hort von Diskriminierung aus.
Am Montag veröffentlichte das Beratungsnetz für Opfer rassistischer Gewalt und Diskriminierung zusammen mit der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus einen Bericht für das Jahr 2020. Die daten basieren auf 572 Fällen. Darin sind alle Fälle dokumentiert, bei denen sich Menschen wegen Diskriminierung an Schweizer Beratungsstellen gewendet haben. Das Beratungsnetz „humanrights.ch“ hat den Bericht am Montag publik gemacht.
Lockerungen in Lausanne nach dem Teil-Lockdown wegen Corona-Ausbreitung, 19. April 2021 - SNA, 1920, 20.04.2021
Lockerungen in der Schweiz: Gastronomie, Theater und Kinos machen die Türen auf
Rassistische Vorfälle haben sich laut dem Bericht seit Anbruch der Pandemie in den privaten Raum verlagert. Der Arbeitsplatz bleibt jedoch der Ort, an dem rassistische Diskriminierung am häufigsten stattfindet.
Das häufigste Motiv war danach Fremdenfeindlichkeit. Daraufhin folgen Rassismus gegen Schwarze und Muslimfeindlichkeit. Betroffene wurden öfter von der Polizei oder den öffentlichen Verwaltungen diskriminiert. Meistens seien sie beschimpft worden, berichten Betroffene. Ingesamt wurden im Bericht 162 Fälle von rassistischen Beleidigungen festgehalten.

Diskriminierung am Arbeitsplatz

Mit 95 verzeichneten Fällen stellt der Arbeitsplatz den größten Lebensbereich dar, in dem Menschen rassistisch beleidigt wurden. Auch die Nachbarschaft entpuppte sich als Ort der Beleidigungen: 72 Fälle geschahen im nahen Umkreis der eigenen Wohnung. Experten im Bericht gehen davon aus, dass solche Rassismuserfahrungen auch auf die Corona-Einschränkungen und die Covd-19-Pandemie generell zurückzuführen ist.
„Die Beobachtungen in der Corona-Krise zeigen uns einmal mehr, dass Ungewissheiten und Spannungen innerhalb der Gesellschaft zu Entgleisungen und zur Herabsetzung von Menschen führen können. Die Versuchung, einen Sündenbock zu suchen, ist in schwierigen Zeiten groß“, steht es im Bericht.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала