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Schulschließungen ab Sieben-Tage-Inzidenz von 165 Fällen: Lehrerverband fordert Grenze bei 100

© CC0 / Wakandapics / PixabayKlassenraum in einer Schule (Symbolbild)
Klassenraum in einer Schule (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.04.2021
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Der deutsche Lehrerverband hält Schulschließungen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 Fällen für zu spät. Dazu äußerte sich Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger gegenüber der Zeitung „Berliner Morgenpost“.
Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 200 als Maßstab für Schulschließungen, wie sie ursprünglich in der Notbremse des Bundes vorgesehen war, sei viel zu hoch.
„Es ist deswegen ein Fortschritt, wenn die Grenze jetzt auf 165 gesenkt werden soll“, sagte er gegenüber dem Blatt. „Doch auch eine Inzidenz von 165 ist noch deutlich zu hoch.“
Ferner erläuterte Meidinger, dass man nicht vergessen dürfe, die Inzidenz in der Altersgruppe zwischen zehn und 19 Jahren liege bereits in Deutschland deutlich höher.
„Um eine Ausbreitung der Virus in den Schulen wirksam zu stoppen, muss der Präsenzunterricht bereits ab einer Inzidenz von 100 beendet werden.“
Der Verbandspräsident habe kein Verständnis dafür, warum man bei Schulen einen anderen, gröberen Maßstab anlege als in anderen Bereichen der Gesellschaft.
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Jürgen Böhm, der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes, sprach sich gegenüber der „Welt“ für eine Vereinheitlichung der Inzidenzen aus.
„Wenn der Grenzwert in der Gesellschaft bei 100 liegt, hat er gefälligst in der Schule auch bei 100 zu liegen. Ich lehne Experimente ab, Grenzwerte ständig zu flexibilisieren und infrage zu stellen.“
Er verwies dabei, dass die Infektionszahlen nach den Osterferien wieder gewachsen seien und das definitiv mit Schulen zusammen hänge. „Ich bin inzwischen für eine ganz klare, harte Linie. Da gehören die Schulen mit dazu,“ sagte er.
Sachsens Kultusminister Christian Piewarz sagte dazu: „Es entsetzt, dass das Recht der Kinder auf Bildung und Teilhabe keine Gültigkeit mehr haben soll. Ich dachte, wir wären schon weiter gewesen.“ Ferner hieß es: Wenn die 165er-Inzidenz der Maßstab werde, drohten Schulschließungen bis zum Sommer.
„Ein so fatales Signal an Kinder und Eltern können die Abgeordneten nicht ernsthaft senden wollen.“
Bund und Länder wollen mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes mit den bundesweit einheitlichen Regelungen die dritte Corona-Welle eindämmen. Das gilt auch für die Schulen. Im ersten Entwurf des Bundes war vorgesehen, dass Schulen in den Distanzunterricht wechseln müssen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz auf 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner steigt.
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Dieser Schwellenwert soll nun aber gesenkt werden. Nach der Beschlussempfehlung des maßgeblichen Gesundheitsausschusses, die der DPA vorliegt, sollen Schulen schon bei einer Inzidenz von 165 in den Distanzunterricht wechseln. Abschlussklassen und Förderschulen sollen vom Stopp des Schulbesuchs ausgenommen werden können. In vielen Regionen liegt die Inzidenz zurzeit deutlich höher.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstag binnen 24 Stunden 9609 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 162,4 von 165,3 am Vortag. Es gibt 297 Todesopfer. Insgesamt wurden bislang mehr als 3,16 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.
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