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Parship – Teures Geschäft mit der Liebe und was man dagegen tun kann

Herzen (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.04.2021
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Die Single-Börse Parship macht ein gutes Geschäft mit einsamen Herzen. Premium-Mitgliedschaften sind nicht nur teuer – man kommt aus den Verträgen auch nur schwer wieder heraus. Die Verbraucherzentrale findet das nicht rechtens und strebt eine Musterfeststellungsklage an.
Im Lockdown kann es schnell einsam werden, wenn man allein lebt und weder Kneipen und Clubs, Sportvereine oder Privatpartys besuchen darf. Dating-Portale können sich freuen, denn auch wenn die Partnersuche wie so viele andere gesellschaftliche Bereiche im digitalen Raum stattfinden muss, melden sich noch mehr Menschen bei den einschlägigen Diensten an als sonst. Laut dem Dating-Portal Parship registrieren sich dort weltweit jede Woche 37.000 Menschen.
Doch das kann schnell zur Falle werden. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, mehren sich in den vergangenen Monaten die Beschwerden über Parship, die bei den Verbraucherzentralen eingehen.
Ohne die kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft können bei Parship viele Funktionen nicht genutzt werden. Aber selbst die kürzeste Premium-Mitgliedschaft für die Dauer von sechs Monaten kostet stolze 480 Euro. Ein Jahr schlägt mit 790 Euro zu Buche, für zwei Jahre muss der Parship-Kunde 1100 Euro berappen.

„Das ist ein teures, recht fesselndes Geschäft mit der Liebe.“

Klaus Müller
Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband
Wenn die finanziellen Sorgen in der Pandemie größer werden, wollen viele Kunden der Single-Börse den Rücken kehren. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Müller fordert, dass Parship es seinen Kunden grundsätzlich ermöglichen soll, jederzeit zu kündigen. Dabei beruft er sich auf Paragraf 627 BGB „Fristlose Kündigung bei Vertrauensstellung“.
Die Nutzer würden gegenüber der Partnervermittlung ihr Innerstes preisgeben und würden damit ein besonderes Vertrauensverhältnis eingehen, argumentiert der Verbraucherschützer. Somit sollten sie auch selbst entscheiden dürfen, ob sie bei dem Anbieter bleiben oder nicht. Nach Ansicht von Parship bewegen sich die Verträge hingegen innerhalb des geltenden Rechts.
Die Verbraucherzentrale wolle nun die Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Rahmen einer Musterfeststellungsklage prüfen lassen, schreibt die „Frankfurter Rundschau“. Dafür brauche sie mindestens 50 Fälle und suche Parship-Kunden, die in einem Vertrag feststeckten und bereit seien, dies zu schildern. Dafür würden keine Kosten anfallen, so Müller. Auf der anderen Seite würden die Betroffenen bei einem Erfolg der Klage ihre Rechte gegenüber Parship leichter durchsetzen können und im besten Falle sogar Entschädigungszahlungen erhalten.
Zuletzt hatte Parship in mehreren Fällen eine fristlose Kündigung akzeptiert. „Vielleicht wollen sie mit ihrem Einlenken eine Klage verhindern“, so Müller.
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