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Dramatische Umsatzrückgänge: So hart trifft die Pandemie die Foto-Branche

© AFP 2021 / JOHN MACDOUGALLEin Photoautomat in Berlin (Archivbild)
Ein Photoautomat in Berlin (Archivbild) - SNA, 1920, 20.04.2021
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Kaum noch Veranstaltungen, weniger Werbeaufträge: Unter Pandemie-Bedingungen beklagt die Foto-Branche erhebliche Umsatzrückgänge von durchschnittlich 24 Prozent.
In Corona-Zeiten hat es die Foto-Branche schwer. Laut einer Umfrage der Hochschule Hannover vom Februar 2021 verzeichnen Fotografen einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 23,7 Prozent, bei den Bildagenturen sind es sogar 26,3 Prozent. Wie die Gewerkschaft Verdi angibt, standen bei den beteiligten Bildagenturen demgegenüber Förderungen von lediglich 2,3 Prozent (gemessen an den Ausfällen).
„Spätestens seit Februar 2020 beherrscht die Covid-19-Pandemie die Medien weltweit – und die Arbeit der Medienschaffenden rund um den Globus. Dabei sind besonders Bildagenturen und Fotografen von erheblichen berufspraktischen und finanziellen Auswirkungen betroffen. Infolge der weltweiten Einschränkungen werden Anlässe für eine Berichterstattung gestrichen oder verschoben, während viele werbetreibende Unternehmen Budgets kürzen. Der geringere Bedarf an Bildmaterial trifft Fotografen und Bildagenturen zum Teil massiv“, erklärt der Autor der Studie, Professor Lars Bauernschmitt.
Einen starken Rückgang der Zahl von Fotoaufträgen beklagten rund 80 Prozent der Befragten, während mehr als 60 Prozent der Bildagenturen eine spürbar gesunkene Nachfrage nach Archivmaterial feststellten. Zwei Drittel der Befragten gaben an, die Sorge um die eigene berufliche Zukunft habe zugenommen.

Wachsende Sorge um die berufliche Zukunft

Niemand hindere einen Fotografen daran, auch während der Pandemie seiner Kunst nachzugehen, nur bezahlt werde es eben nicht, bestätigt der Berliner Fotograf Thomas Jauk. Die Hälfte der befragten Fotografen gab an, die Zeit im Lockdown für Weiterbildung aufgewendet zu haben, doch eben mal „umsatteln“ ist leichter gesagt als getan.

„Eine über zwanzig Jahre in einer bestimmten Spezialisierung erfolgreiche Marktpositionierung ist nicht innerhalb weniger Wochen und in insgesamt verunsicherter und angespannter Lage sinnvoll und profitabel umzuorientieren.“

Thomas Jauk
Fotograf in Berlin
Er selbst habe die Zeit genutzt, um eine große Ausstellung seiner Arbeiten vorzubereiten und ein Buch zu machen. Beides liege nun auf Halde in der Erwartung, es irgendwann in einer Galerie zeigen zu können – vorausgesetzt, der Galerist halte selbst so lange durch.
Jauk ist Geschäftsführender Gesellschafter der Stage Picture GmbH mit vier freien Mitarbeitern. 95 Prozent ihres Umsatzes macht Stage Picture über langfristige Zusammenarbeit mit Theatern und Opernhäusern im gesamten deutschsprachigen Raum. Als die Kulturinstitutionen im März 2020 schlossen, wurden die Produktionen und damit verbundene Werbemaßnahmen nahezu komplett ausgesetzt.

Umsatzverlust von rund 50 Prozent

„Für uns bedeutete das vergangene Jahr einen Umsatzverlust von rund 50 Prozent. Wir konnten im Zeitraum März 2020 bis Dezember 2020 nur dreieinhalb Monate relativ normal arbeiten, fünf Monate waren unsere Kunden mehr oder weniger geschlossen und haben nicht produziert“, resümiert der Fotograf.
Ein Ausfallhonorar sei nicht vorgesehen, die Einbußen sollten über die Soforthilfe kompensiert werden. Die Rücklagen aus den erfolgreichen Geschäftsjahren 2018 und 2019 seien nahezu aufgebraucht und für die laufende Saison seien pandemiebedingt sämtliche Produktionen abgesagt worden. Buchstäblich „den Arsch gerettet“ hätten seinem Unternehmen die Förderungen der Investitionsbank Berlin (IBB) und des Landes Berlin, die es von April bis August 2020 erhalten habe.

Wünsche an die Politik

„Für die Monate Januar bis März haben wir bislang keine Förderung erhalten, dafür aber von der IBB Rückzahlungsaufforderungen für die erteilten Hilfen aus 2020 bekommen.“
Momentan produziere Stage Pictures das Werbematerial für die Theatersaison 2021/2022 und könne seit Anfang April mit einem Volumen von 66 Prozent des normalen Pensums arbeiten, so Jauk. Von der Politik wünsche er sich konsequente und einheitliche Regelungen, denn das ganze Hin und Her koste Nerven und Planungssicherheit.
„Und keine völlig sinnfreien Rückforderungen von Hilfeleistungen zu einem Zeitpunkt, der eigentlich noch schlechtere Voraussetzungen bietet, als der Zeitraum vor einem Jahr. Und auch da juristische Klarheit, bitte. Es hat nämlich den Anschein, als würden die Richtlinien und Verwendungsparameter im Hintergrund immer wieder so verändert werden, dass es am Ende keiner mehr versteht – nicht einmal mein Steuerberater.“
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