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„Errungene Fortschritte stehen auf dem Spiel“ – Studie zu Corona-Auswirkungen auf Integration

© AP Photo / Markus SchreiberVirusausbruch Deutschland Migranten
Virusausbruch Deutschland Migranten - SNA, 1920, 20.04.2021
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Die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg hat am Dienstag eine Studie vorgelegt, die Auswirkungen der Pandemie auf Migrationsbewegungen und Integration in Deutschland untersucht. Die Einschränkungen, die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie verursacht wurden, gefährden die Integration von Zuwanderern in Deutschland enorm.
Zu diesem Schluss kommen die Leiterin des Forschungsbereichs Migration, Flucht und Integration an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg Petra Bendel und ihre Mitautorinnen. Sie mahnen:
„Errungenschaften, die wir in den vergangenen sechs, sieben Jahren erzielt haben, drohen zu versanden, wenn wir nicht entsprechend gegensteuern“.
In der Presse-Mitteilung der Mercator-Stiftung heben die Expertinnen hervor:
„Bisher errungene Fortschritte in der Integrationspolitik stehen auf dem Spiel, wenn wir Kenntnisse und Ressourcen aus der Integration abziehen.“
Dabei seien Migranten und Geflüchtete für Deutschland „systemrelevant“, betonen die Autorinnen der Studie:
„In Deutschland haben über 30 Prozent der im Lebensmittelsektor, in der Landwirtschaft und im Reinigungsgewerbe arbeitenden Personen eine ausländische Staatsbürgerschaft“.
Laut den Expertinnen haben Eingewanderte und ihre Nachkommen aktuell es besonders schwierig, Zugang zu Schulbildung, Sprach- und Integrationskursen zu erlangen. Aufgrund fehlender WLAN-Geräte, Computer und Tablets konnten sie keinen Vorteil aus den Online-Lernangeboten ziehen. Darüber hinaus sei das Engagement der Ehrenamtlichen wegen der Pandemie deutlich geschrumpft worden. Dies sei insbesondere für geflüchtete Kinder kritisch, die in Gemeinschaftsunterkünften lebten.
Klassenraum in einer Schule (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.03.2021
Studie: Jüngere Migrationsgeschichte wird in Lehrplänen kaum thematisiert
Als Lösung wird in der Studie eine dezentrale Unterbringung angeboten, die zugleich das Ansteckungsrisiko verringern soll. Grundsätzlich könnten „Anti-Diskriminierungsmaßnahmen“ dazu beitragen, Migranten und Flüchtlinge „beim Zugang zu einem weiter zu fördernden Wohnungsmarkt besser zu unterstützen“.
Unter den Umständen sind den Forscherinnen zufolge drei Szenarien denkbar, und zwar eine „Exklusionsgesellschaft“, in der „Assimilation an die Stelle von Integration und Inklusion“ tritt, eine Gesellschaft, deren Migrationspolitik „selektiv nach qualifizierten, gesunden und jungen“ Einwanderern aussucht sowie eine an Teilhabe orientierte Gesellschaft, die „den Beitrag aller zu allen Teilbereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens wertschätzt“.
89 Einzelmaßnahmen, die vom Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus beschlossenen worden seien, erfordern laut den Expertinnen „eine strategische und schlagkräftige Bündelung und Umsetzung“.
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