Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

„Verrat an Staat und eigenen Bürgern“ – Außenamt zur Ausweisung russischer Diplomaten aus Tschechien

© SNA / Maxim BlinowHauptgebäude des russischen Außenministeriums in Moskau (Archivbild)
Hauptgebäude des russischen Außenministeriums in Moskau (Archivbild) - SNA, 1920, 19.04.2021
Abonnieren
Preisgabe staatlicher Interessen und Verrat an eigenen Bürgern – so wertet das Außenministerium in Moskau die Ausweisung russischer Diplomaten aus Tschechien.
Achtzehn Mitarbeiter der russischen Botschaft hat Prag aufgrund eines Vorwurfs des Landes verwiesen. Die tschechische Regierung hat russische Geheimdienste beschuldigt, 2014 eine Explosion in einem tschechischen Waffenlager ausgelöst zu haben, um angeblich eine Waffenlieferung an die Ukraine zu verhindern. Der tschechische Interims-Außenminister Jan Hamacek erklärte am Samstag, die russischen Diplomaten hätten das Land innerhalb von 48 Stunden zu verlassen. Moskau reagierte entsprechend und wies am Sonntag zwanzig Mitarbeiter der tschechischen Botschaft aus Russland aus.
Der Vorgang an sich habe Moskau nicht weiter überrascht, erklärte daraufhin das russische Außenministerium: Man sei sich dessen völlig bewusst, dass die tschechische Regierung sich in vielerlei Hinsicht „im Fahrwasser der Vereinigten Staaten“ bewege und sich folglich zu einer „unverhohlenen und haltlosen Russlandfeindlichkeit“ bekenne, so die Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa in einem TV-Interview.
Und dennoch sei man in Moskau auch verwundert: „Unglaublich, diese Preisgabe von eigenen Nationalinteressen […] und dieser Verrat an den eigenen Bürgern“, auf die die Regierung in Prag sich einlasse „zugunsten des politischen Auftrags der eigenen Schirmherren“ aus den USA. „Etwas, das die tschechischen Bürger mehr erniedrigen könnte, ist kaum vorstellbar“, sagte Sacharowa. Im Übrigen seien diese gegen Russland gerichteten Maßnahmen destruktiv und „ein Schlag gegen die bilateralen Beziehungen“.
Russisches Außenministerium - SNA, 1920, 18.04.2021
Moskau bekundet Prag „scharfen Protest“ nach Ausweisung russischer Diplomaten

Vorwürfe mit heißer Nadel gestrickt

Dass hinter den Anschuldigungen der tschechischen Regierung gegenüber Moskau die Vereinigten Staaten zu erkennen seien, liege angesichts der Nato-Mitgliedschaft Tschechiens auf der Hand: „Dahinter stehen die politischen Kräfte, die nicht die Nationalinteressen [Tschechiens], sondern den politischen Auftrag aus Washington bedienen“, sagte Sacharowa weiter. Die tschechischen Bürger hätten sich das nicht ausgesucht.
Diesen Kräften sei jedes Mittel recht: Vorwürfe, Fakes, Behauptungen – es werde absichtlich ein Bedrohungsgefühl erzeugt, auch „um die eigenen Probleme im Inneren zu verdecken“.
Diese Erklärung bezieht Sacharowa auf die Ermittlungen der tschechischen Polizei gegen Alexander Petrow und Ruslan Baschirow: zwei russische Staatsbürger, denen ein Mordversuch gegen den ehemaligen russischen Agenten Sergej Skripal und seine Tochter im britischen Salisbury 2018 vorgeworfen wurde. Die Polizei in Tschechien sucht die beiden Männer nach eigenen Angaben im Zusammenhang „mit den Umständen einer schweren Straftat“.
Sacharowa dazu: „Die tschechische Regierung zieht, was sie ziehen kann. Geschichten und Fakes aller Art – Hauptsache, es lenkt von der Lage im Inneren ab.“
Das russische Außenministerium erklärte bereits 2018, der Fall der Vergiftung von Sergej Skripal und seiner Tochter breche „vor den Augen der Weltöffentlichkeit“ auseinander, weil es nicht einen einzigen Beweis für eine Verstrickung Russlands in den Mordversuch gebe. Russland selbst habe mehrere Anfragen an das britische Außenministerium mit dem Angebot und der Bitte gerichtet, an den Ermittlungen im Fall Skripal beteiligt zu werden, handele es sich doch um einen Mordversuch an russischen Staatsbürgern.
Dies alles sei auch heute noch ohne Weiteres überprüfbar, betont Ministeriumssprecherin Sacharowa. Die Möglichkeiten, sich in einem Faktencheck einen Überblick zu verschaffen, seien gegeben, aber „wir leben offenbar in einer Welt, wo das Offenkundige zum Beweis nicht mehr taugt“.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала