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Jeder Fünfte mit Covid-19-Bezug: Rias meldet Zuwachs antisemitischer Vorfälle in Berlin

© SNA / Nancy Sissel / Zur BilddatenbankBerlin während der COVID-19-Pandemie
Berlin während der COVID-19-Pandemie - SNA, 1920, 19.04.2021
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Die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) hat am Montag ihren Jahresbericht publik gemacht, der die Lage um die antisemitischen Vorfälle in der deutschen Hauptstadt im Jahr 2020 präsentiert.
Der Antisemitismus in Berlin nimmt zu: 2020 sind genau 1004 antisemitische Vorfälle in der Hauptstadt erfasst worden. Im Vorjahr gab es nur 886 solche Vorfälle (nach Angaben der DPA waren es 881). Das entspricht einem Anstieg von 13,3 Prozent. Dazu gehören 17 Angriffe, 43 Sachbeschädigungen, 51 Bedrohungen, 770 Fälle verletzenden Verhaltens und 123 antisemitische Massenzuschriften.
Längere Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben hierbei nicht zu einem Rückgang antisemitischer Vorfälle geführt, wobei 186 Vorfälle (20 Prozent) mit der Corona-Pandemie unmittelbar verbunden waren:
„Insgesamt hatte fast jeder fünfte Vorfall einen Bezug zur Covid-19-Pandemie (186), darunter eine gezielte Sachbeschädigung, zwei Bedrohungen, 144 Fälle verletzenden Verhaltens und 39 antisemitische Massenzuschriften“, heißt es im Bericht.
So äußerte sich der Antisemitismus-Ansprechpartner des Landes Berlin, Samuel Salzborn, zu den Berichtergebnissen:
Unter anderem heißt es im Bericht, dass sich die Zahl der antisemitischen Vorfälle um mehr als 27 Prozent erhöht habe: Im Jahre 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr (432) insgesamt 550 solche Vorfälle registriert.
„Die mit großem Abstand meisten antisemitischen Anfeindungen im Internet betrafen jüdische und israelische Institutionen“, steht im Text geschrieben.
RIAS Berlin meldet dabei 389 Fälle, hierunter vier Bedrohungen, 326 Fälle verletzenden Verhaltens und 59 antisemitische Massenzuschriften.
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Im Offline-Bereich hat Rias hingegen ein ähnliches Niveau des Antisemitismus beobachtet mit 454 Vorfällen 2020 gegenüber 450 im Vorjahr. Zudem konnte die Informationsstelle einen deutlichen Rückgang der Gewalt gegen Privatpersonen feststellen: von 33 Angriffen im Jahr 2019 auf 17 im Jahr 2020. Besorgniserregend dabei ist laut der Informationsstelle, dass solche Angriffe mittlerweile am häufigsten im persönlichen Wohnumfeld der Betroffenen passieren. Dies sei deshalb „besonders belastend“, weil der private Rückzugsraum während der Pandemie erhöhte Bedeutung gewonnen habe.
Seit 2015 sammelt Rias die Daten auf Grundlage von Meldungen über das Internet, Beobachtungen und einer Zusammenarbeit mit Opferberatungsstellen und die Polizei.
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