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Kinderschützer fordern Zuckerberg auf, Pläne für „Baby-Instagram“ aufzugeben

© SNA / Ramil SitdikowInstagram-App (Symbolbild)
Instagram-App (Symbolbild) - SNA, 1920, 19.04.2021
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In einem Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg warnen zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen vor den schädlichen Auswirkungen von sozialen Plattformen auf Kinder und Jugendliche. Sie fordern Zuckerberg auf, seine Pläne für ein Kinder-Instagram aufzugeben.
Die aktuelle Version von Instagram sei für Kinder unter dreizehn Jahren nicht sicher. Es müsse etwas unternommen werden, um die Millionen von Kindern, die mit falschen Altersangaben dennoch bei Instagram aktiv seien, besser zu schützen, schicken die Verfasser des Briefes voran. Jedoch sei ein „Baby-Instagram“ aus ihrer Sicht keine Lösung. Es sei nicht wahrscheinlich, dass Kinder, die unter Angabe eines falschen Alters bereits auf Instagram seien, zur „Baby-Version“ wechseln würden, fahren die Verfasser des Briefes fort.
Gerade in der Zeit, wo die Kinder von der Grundschule zur weiterführenden Schule wechselten, würden sich ihre sozialen Kompetenzen stark weiterentwickeln und das Bedürfnis nach Austausch mit Gleichaltrigen besonders groß werden. „Wir sind besorgt, dass das geplante Instagram für Kinder diese Entwicklungsschritte ausnutzen könnte“, heißt es.

Fokussierung auf das Äußere eine Bedrohung für Kinder

Studien legten nahe, dass die exzessive Nutzung von sozialen Medien schädlich für die Heranwachsenden sei. Junge Menschen würden ständig Angst haben, etwas zu verpassen, und seien geradezu abhängig von der Zustimmung der Gleichaltrigen – und daraus schlage Instagram Kapital. Die Fokussierung auf das Äußere, die Selbstdarstellung und das Branding sei eine Bedrohung für die Kinder. Gerade jüngere Kinder seien noch gar nicht dafür gewappnet, mit solchen Herausforderungen umzugehen.
Neben Gesundheitsschäden wie Übergewicht, schlechtem Schlaf und Depressionen würden viele Teenager davon berichten, online gemobbt zu werden. Das könne dazu führen, dass die Jugendlichen sich schlechte Gewohnheiten wie das Rauchen zulegten und dass auch die Suizidgefahr steige.
Mädchen berichteten überdies, sie fühlten den Druck, sexualisierte Selfies zu teilen, um Aufmerksamkeit und Akzeptanz zu bekommen. Soziale Medien seien ohnehin schon voll von Inhalten mit Kindesmissbrauch, betonen die Verfasser. Allein 2020 hätten Facebook und Instagram 20 Millionen Bilder von Kindesmissbrauch gemeldet. Dagegen getan werde aber noch immer viel zu wenig.
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Werbung für Kinder oft nicht erkennbar

Auf Instagram seien die Nutzer außerdem einer stetig steigenden Zahl von kommerziellen Inhalten ausgesetzt. So habe eine Analyse der Monitoring-Agentur Sprout Agency zuletzt gezeigt, dass einer von drei Inhalten auf Instagram Werbung sei. Dies sei für Kinder aber oft nicht zu erkennen. Wie geleakte Dokumente gezeigt hätten, habe Facebook gegenüber Werbekunden sogar damit geprahlt, Jugendliche genau in dem Moment durch solche Inhalte ansprechen zu können, wenn sie besonders unzufrieden mit sich selbst und mit ihren Körpern seien. Ein anderer Bericht von „Reveal“ habe gezeigt, wie Facebook-Mitarbeiter Kinder, die Tausende von Dollar für Spiele ausgaben, als lukrative Kunden bezeichneten.
Aus Sicht der Verfasser des Briefes würde ein Instagram für Kinder diese einer ganzen Reihe von Gefahren aussetzen. Ihren Informationen zufolge sei Instagram für Kinder bisher in einer frühen Planungsphase. „Wir fordern Sie auf, diese Pläne aufzugeben. Damit würden Sie die starke Botschaft aussenden, dass Facebook die Sorgen versteht, welche Auswirkungen sein Geschäftsmodell auf junge Menschen haben könnte, und offen für Lösungsansätze ist, die tatsächlich Kindern und Jugendlichen zugutekommen würden, und nicht nur Facebooks Marktwert“, so der Schlussappell der Verfasser an Zuckerberg.
Den Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg haben zahlreiche Einzelpersonen und Organisationen unterschrieben, darunter die Organisation Campaign for a Commercial-free Childhood.
Facebook-Sprecherin Stephanie Otway verteidigte das Vorhaben. „Die Realität ist, dass Kinder online sind. Sie wollen mit ihrer Familie und ihren Freunden in Verbindung treten, Spaß haben und lernen, und wir wollen ihnen helfen, das auf eine sichere und altersgerechte Weise zu tun“, wird sie von der „Zeit“ zitiert.
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