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Abstand auf Russland verkürzen: USA rüsten in Arktis auf

© REUTERS / MAXAR TECHNOLOGIESRussisches U-Boot in der Arktis
Russisches U-Boot in der Arktis - SNA, 1920, 18.04.2021
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Die USA wollen ihren Rückstand zu Russland im Wettlauf um die Arktis reduzieren. Vor einigen Tagen haben sich die US-Landstreitkräfte mit dem Rüstungsunternehmen Oshkosh Defense in Kooperation mit der Firma ST Engineering aus Singapur und BAE Systems auf die Entwicklung von Militärtechnik für die Gebiete hinter dem Polarkreis geeinigt.
Das US-Militär hat offenbar keine geeigneten Fahrzeuge für den Arktis-Einsatz, und die vorhandenen sind seit langem veraltet. Die Neuerwerbungen sollen bereits im August getestet werden.

Zum Juni bauen

Die Arktis ist eine Herausforderung für jede Armee. Extrem niedrige Temperaturen, Eishügel, schwimmende Eisschollen, fehlende Infrastruktur, komplizierte Logistik, lange Polarnächte – das alles erschwert den Aufbau eines großen Truppenverbandes.
In den Jahren des Kalten Krieges widmeten die USA im Unterschied zur Sowjetunion dieser Region keine große Aufmerksamkeit. Das Pentagon verfügt mit „Polar Star“ derzeit nur über einen einzigen funktionierenden Eisbrecher. Russland hat mehr als 40 Schiffe dieses Typs.
Es fehlt auch an Fahrzeugen für die Landstreitkräfte, die Fracht und Soldaten unter den schweren polaren Bedingungen befördern können. Die einzig geeigneten Schlepper-Allroader sind die schwedischen schwimmfähigen Mehrzweckfahrzeuge mit Kettenlaufwerk Bandvagn 206. Doch die ersten Fahrzeuge dieses Typs wurden bereits vor 40 Jahren hergestellt. Sie entsprechen seit langem nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Die US-Armee möchte deshalb ihren Fahrzeugpark für die Arktis erneuern und schrieb einen Wettbewerb im Rahmen des Programms „Cold Weather, All-Terrain Vehicle (CATV)“ aus. Das Pentagon will in diesem Jahr für Entwicklung, Bau und Tests neuer Arktis-Allroader 6,6 Mio. Dollar und 9,25 Mio. Dollar für den Kauf von 110 CATV-Fahrzeugen ausgeben.
163 Fahrzeuge sollen dann zur Verfügung stehen. Die Prototypen sollen bis 14. Juni präsentiert werden. Von August bis Ende Dezember sollen die Tests auf einem Gelände in Alaska erfolgen. Der Sieger bei der Ausschreibung soll 2022 bestimmt werden.

Vier Optionen

© SNA / Hans-Georg SchnaakRussische Raketenabwehr
Russische Raketenabwehr - SNA, 1920, 17.04.2021
Russische Raketenabwehr
Vier CATV-Varianten sind geplant. Das Fahrzeug für allgemeine Verwendung soll Platz für mindestens 20 Soldaten plus Fahrer bieten sowie über Ausstattung und Vorräte für drei Tage verfügen. Eine Version des Fahrzeugs mit medizinischer Ausstattung ist für zwei Ärzte, zwei liegende Verletzte und vier Leichtverletzte bestimmt. Das Befehls-Mehrzweckfahrzeug wird mit modernen Kommunikations- und Steuerungsmitteln ausgerüstet. Das Frachtfahrzeug ist für die Beförderung von militärischen Gütern über große Entfernungen bestimmt.
„Diese Fahrzeuge können viele Aufgaben bei extrem niedrigen Temperaturen in Gegenden erfüllen, die für andere Fahrzeuge unpassierbar sind“, sagt der US-Armeeoffizier Tim Goddette, der für das CATV-Programm zuständig ist. „Sie sollen sich problemlos auf dem Eis bewegen, Gewässer passieren, Hügel hinaufsteigen, eine einfache Wartung und einen sparsamen Brennstoffverbrauch haben“.
Die Teilnehmer der Ausschreibung stützen sich auf frühere Entwicklungen. Oshkosh und ST Engineering nahmen als Grundlage das schwimmfähige Mehrzweckfahrzeug Bronco 3. Dieses Fahrzeug wird seit mehr als 20 Jahren von der britischen Armee genutzt, unter anderem bei Kampfhandlungen in Afghanistan.
Bronco 3 ist mit einer Panzerung, Drehturm mit Maschinengewehr, V-förmigem Boden, der Schäden bei Minenexplosion minimiert, ausgestattet. Das Fahrzeug ist schwimmfähig und kann mit einer Geschwindigkeit von fünf km/h auch Gewässer überwinden.
BAE Systems wird ein Fahrzeug auf Basis des Mehrzweckfahrzeugs Beowulf anbieten, das in vielerlei Hinsicht dem Bronco 3 und SUSV ähnelt, aber eine größere Beförderungskapazität hat.

Rückstand zu Russland verringern

© SNA / Alexander GarmajewHubschrauber Mi-8AMTSch-WA
Hubschrauber Mi-8AMTSch-WA - SNA, 1920, 17.04.2021
Hubschrauber Mi-8AMTSch-WA
In der vor einem Monat veröffentlichten „Arktis-Strategie“ kündigten die Amerikaner offen ihre Pläne an, Russland und China aus der Nordpolregion zu verdrängen. Sorgen bereitet Washington vor allem Russland, das über die weltweit größte Eisbrecher-Flotte, ein Netz von Militärstützpunkten in den nördlichen Breiten und eine breite Palette technischer Mittel, geeignet für den Einsatz unter extremen Temperaturen, verfügt.
An den Siegesparaden in Russland nehmen regelmäßig Arktis-Modifikationen der russischen Flugabwehrsysteme teil – Kurzstreckenraketen Tor-M2DT, der Raketenabwehrkomplex Panzyr-SA sowie Spezial-Versorgungsfahrzeuge.
Fast die gesamte Landtechnik für die Arktis ist auf Basis der Mehrzweckfahrzeuge DT-30 Witjas gebaut worden, die bei minus 55 Grad eingesetzt werden können. Einige Modifikationen sind schwimmfähig, was bei regelmäßiger Eispressung am Nordpol deutlich die Mobilität erhöht. Die neuen Panzyr- und Tor-Fahrzeuge sichern die Stützpunkte der S400-Flugabwehrraketen, die in der Arktis seit 2015 stationiert werden.
Auch der erste vollwertige arktische Verband der russischen Landstreitkräfte – die 80. Motorisierte Schützenbrigade in Alakurtti (Gebiet Murmansk) - ist sehr gut ausgerüstet. Die frostsichere Infanterie verfügt unter anderem über Schnee- und Moorfahrzeuge TREKOL, die Räder mit Superballonreifen haben. Solche Fahrzeuge fahren mit gleichbleibender Geschwindigkeit durch das Gelände.
Zudem verfügt die 80. Brigade über LKWs Ural und KAMAZ, die an extremem Frost angepasst worden sind, und Schneefahrzeuge TTM-1901 Berkut mit beheizbarer Kabine, Luftkissen-Motorboote sowie Hunde- und Hirschschlitten.
Während des Großen Vaterländischen Krieges spielten Schlitten eine große Rolle bei der Verteidigung hinter dem Polarkreis. Mit Hunde- und Hirschschlitten wurden Munition und Personal befördert. Tiere waren dort behilflich, wo die Technik versagt. Zudem werden für die arktische Brigade spezielle Panzer, Schützenpanzer und Hubschrauber entwickelt – unter anderem der Hubschrauber Mi-8AMTSch-WA mit einem Beheizungssystem für das Triebwerk.
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