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Zwischen 2018 und 2020: Mehr als 18.000 minderjährige Flüchtlinge in Europa als vermisst gemeldet

© AP Photo / Michael ProbstSchulkinder
Schulkinder - SNA, 1920, 18.04.2021
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Mehr als 18.000 geflüchtete Kinder und Jugendliche sind von 2018 bis 2020 in Europa aus staatlicher Obhut verschwunden. Das zeigen Daten des Rechercheverbunds „Lost in Europe“.
Die meisten der verschwundenen Minderjährigen stammen demnach aus Marokko, Algerien und Eritrea. Gerade sind sie in Gefahr, ausgebeutet zu werden.
An der Datenanalyse nahmen neben „Lost in Europe“ unter anderem die britische Zeitung „Guardian“, der niederländische Rundfunk VPRO und der Sender RBB teil.
Dem Bericht zufolge wurden in Deutschland nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) zwischen 2018 und 2020 7806 unbegleitete Minderjährige als vermisst gemeldet. Die meisten stammten aus Afghanistan, Marokko und Algerien. 7082 Minderjährige sind demnach wieder aufgetaucht, 724 werden weiterhin vermisst.
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Das BKA bezeichnete die eigenen Daten als Näherungswerte. Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, kritisierte diese Praxis gegenüber dem RBB: „Dass das Bundeskriminalamt bei den Vermisstenzahlen der unbegleiteten geflüchteten Kinder und Jugendlichen an vielen Stellen im Dunkeln tappt, ist aus Kinderschutzgründen ein Skandal.“

Nationale Statistiken nicht glaubwürdig?

Die Analyse zeigte auch die Schwächen der nationalen Einzelstatistiken. So erheben Frankreich, Dänemark und Rumänien erst gar keine Daten. Bulgarien unterscheidet nicht zwischen begleiteten und allein reisenden Kindern und Jugendlichen. Der Austausch der vorhandenen Daten funktioniert auch nicht immer reibungslos.
Der EU-Kommission sind diese Defizite bekannt. Der Sprecher der für Flüchtlingsfragen zuständigen EU-Innenkommissarin Ylva Johansson teilte angesichts der aktuellen Zahlen gegenüber der Tagesschau mit, dass „die EU-Kommission den Mitgliedsstaaten bereits signalisiert hat, dass sie mehr gegen das Verschwinden geflüchteter Kinder unternehmen müssten, unter anderem durch bessere Datensammlungen“.
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