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Brief an Putin: Prominente fordern medizinische Hilfe für Nawalny

© SNA / Pressedienst des Moskauer Gerichts / HandoutAlexej Nawalny im Moskauer Gericht am 2. Februar 2021
Alexej Nawalny im Moskauer Gericht am 2. Februar 2021 - SNA, 1920, 17.04.2021
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Mehr als 70 Prominente haben einen offenen Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit der Bitte unterschrieben, dem Kremlkritiker Alexej Nawalny, der in einer Strafkolonie sitzt und in den Hungerstreik getreten ist, eine medizinische Behandlung zu erweisen. Das Schreiben wurde in der Zeitung „Le Monde“ veröffentlicht.
Nach Behauptungen der Autoren des Briefes hat Nawalny klinische Symptome einer schweren neurologischen Störung, die zu ständigen Rückenschmerzen und zum Verlust der Empfindungen in den Gliedmaßen führt.
„Herr Präsident, wir fordern Sie auf, dafür zu sorgen, dass Alexej Nawalny unverzüglich die medizinische Behandlung und Pflege erhält, die er dringend benötigt – und ihm nach russischem Recht zusteht“, heißt es in dem Schreiben.
Unterzeichnet haben das Dokument unter anderen die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die drei Literatur-Nobelpreis-Trägerinnen Herta Müller, Louise Glück und Swetlana Alexijewitsch, das Abba-Mitglied Björn Ulvaeus, die Schauspieler Benedict Cumberbatch und Kristin Scott Thomas sowie die Historiker Niall Ferguson und Simon Schama.

Nawalny tritt in Hungerstreik

Am Monatsanfang hatte Nawalny über seinen Instagram-Account bekannt gegeben, er sei in den Hungerstreik getreten. Der Kremlkritiker forderte, einen Arzt seiner Wahl zu ihm zu lassen, dessen Besuch ihm verwehrt worden sein soll. Später war berichtet worden, dass Nawalny, der sich derzeit in der Justizvollzugskolonie Nr. 2 in der Region Wladimir befindet, wegen Anzeichen einer akuten Atemwegserkrankung in die medizinische Abteilung verlegt worden war.
Im Verlauf der geplanten ärztlichen Untersuchung hatte der Verurteilte Anzeichen einer Atemwegserkrankung, darunter hohes Fieber, aufgewiesen, so der Föderale Strafvollzugsdienst Russlands (FSIN). Sein Corona-Test sei negativ gewesen, so Nawalnys Anwältin, Olga Michailowa.
Alexej Nawalny - SNA, 1920, 13.04.2021
„Zufriedenstellender Zustand“: Nawalny zurück in Kolonie verlegt
Nach Angaben der FSIN-Behörde in der Region Wladimir wurde Nawalny am 9. April aus der Sanitätsabteilung der Strafkolonie-2 zurück ins Gefängnis verlegt.
Die russische Strafvollzugsbehörde FSIN hat Nawalnys Vorwürfe einer schlechten Behandlung zurückgewiesen. Laut der regionalen Strafvollzugsbehörde bekommt der Kreml-Kritiker entsprechend den aktuellen medizinischen Indikationen „jede notwendige medizinische Hilfe“.

Nawalnys Verurteilung

Am 2. Februar hatte das Simonowski Gericht in Moskau Nawalny zu 3,5 Jahren Haft verurteilt. Die Bewährungsstrafe aus dem Verfahren von 2014, bei dem es um Unterschlagung von insgesamt rund 500.000 Euro ging, wurde somit in eine Haftstrafe umgewandelt. Die Haftstrafe wurde um die Zeit verkürzt, die Nawalny zuvor im Hausarrest verbracht hatte. Nawalny wird daher ungefähr zwei Jahre und fünf Monate im Gefängnis absitzen müssen.
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