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Offener Brief an Zuckerberg: Experten gegen Instagram-Version für Kinder

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Instagram-Logo - SNA, 1920, 16.04.2021
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Facebook-Chef Mark Zuckerberg will eine Version der Online-Plattform Instagram für Kinder unter 13 Jahren schaffen. Zahlreiche internationale Kinderschutz-Experten und -Gruppen haben ihn nun aufgerufen, sich von dieser Idee loszusagen.
Eine solche Plattform würde die Angst von Kindern ausnutzen, etwas zu verpassen und sich an dem unstillbaren Wunsch nach Anerkennung durch Gleichaltrige bedienen, hieß es am Donnerstag (Ortszeit) in einem offenen Brief an Zuckerberg, den die Organisation Commerce-Free Childhood mit Sitz in Boston veröffentlichte. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem Kinderschutz-Organisationen aus den USA, Kanada, Afrika oder Australien.

„Der unerbittliche Fokus der Plattform auf Aussehen, Selbstdarstellung und Branding stellt die Privatsphäre und das Wohlbefinden von Jugendlichen vor Herausforderungen“, heißt es auf der Webseite von Commerce-Free Childhood.

Kinder und Jugendliche würden dazu ermutigt, ihre Handys ständig zu überprüfen und Fotos mit ihren Followern zu teilen. Was Kinder heute aber wirklich bräuchten, sei Zeit zum Spielen, Lernen und um sich zu sozialisieren – ohne digitale Geräte.
Auch wurde im Brief kritisiert, dass Millionen von Kindern über ihr Alter gelogen haben, um Instagram-Konten zu erstellen. Unwahrscheinlich sei darüber hinaus, dass Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren, die bereits über Konten verfügen, auf eine „Baby“-Version der Plattform umsteigen, wenn sie bereits die Version für Erwachsene kennengelernt haben.
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Das wahre Publikum für eine Kinderversion von Instagram werden viel jüngere Kinder sein, die derzeit keine Konten auf der Plattform haben. „Das Sammeln wertvoller Familiendaten und das Kultivieren einer neuen Generation von Instagram-Nutzern kann zwar gut für das Endergebnis von Facebook sein, wird jedoch wahrscheinlich die Nutzung von Instagram durch kleine Kinder erhöhen, die besonders anfällig für die manipulativen und ausbeuterischen Funktionen der Plattform sind“, hieß es im Brief. Die Autoren berufen sich dabei auch auf die Wohltätigkeitsorganisation Royal Society for Public Health, die Instagram als die schlechteste Social-Media-Plattform für die psychische Gesundheit von Jugendlichen bewertete.
Zuckerberg hatte die Pläne für eine Kinder-Version von Instagram kürzlich vor einem Ausschuss des US-Kongresses bestätigt. Sie seien noch in einem frühen Stadium, sagte er demnach laut der Deutschen Presse-Agentur. Eine Sprecherin von Facebook bestätigte US-Medienberichten zufolge, der Konzern halte an den Plänen fest. „Die Realität ist, dass Kinder online sind“, sagte Stephanie Otway. Man stimme darin überein, die Sicherheit, mentale Gesundheit und Privatsphäre der Kinder an erste Stelle zu setzen. Eine Instagram-Version für Kinder werde frei von Werbung sein. Zudem sollen die Eltern der Kinder die Konten verwalten, sagte sie demnach.
Instagram, das wie WhatsApp zum Facebook-Konzern gehört, ist für Nutzer ab 13 Jahren gedacht.
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