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„Nicht durch Merkels Gnaden ...“: Berliner AfD überrascht mit „Jesus“-Antrag

© REUTERS / MICHELE TANTUSSIBundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag, 16. April 2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag, 16. April 2021 - SNA, 1920, 16.04.2021
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Nicht Kanzlerin Angela Merkel (CDU) „bringt das Heil, sondern Jesus als Begründer des Christentums.“ Das schreibt die AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus in einem Antrag. Im SNA-Interview erklärt Franz Kerker, kirchenpolitischer Sprecher der Fraktion: „Der Senat wird sich nicht damit befassen, aber aus der Bevölkerung gab es viel Zuspruch.“
„Nicht Angela Merkel, Jesus Christus besiegt den Tod.“ Mit dieser provokanten Aussage sorgte die Fraktion der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus kurz vor Ostern für parlamentarischen Gesprächsstoff. „Erlösung und Heil findet der Mensch durch Gottes Gnaden, nicht durch Merkels Gnaden!“, erklärt der Antrag weiter, der seit Ende März unter Drucksache 18/3535 geführt wird und der SNA-Redaktion vorliegt.
Der AfD-Abgeordnete Franz Kerker hat gemeinsam mit Fraktionskollegen diesen Antrag angestoßen. Kerker ist bildungs- sowie kirchenpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Abgeordnetenhaus. Im Interview mit der Redaktion erklärte er den politischen Hintergrund der Initiative. Den Antrag haben neben Fraktionschef Georg Pazderski auch die AfD-Politiker Frank-Christian Hansel, Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion, und Herbert Mohr unterzeichnet.

„Kirchen sind Lichtblick im Corona-Lockdown“

„Ostern war nicht der ausschlaggebende Punkt für den Antrag, das war mehr oder weniger Zufall“, sagte der AfD-Politiker. „Wichtig für uns war, dass wir mit dem Antrag die Freiheit der Religionsausübung gewahrt sehen wollen.“ Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie „haben wir nun wirklich sehr viele Einschränkungen“, kritisierte er.

„Ich glaube, dass die Seelsorge momentan wichtiger denn je ist. Es ist ein ganz wichtiger Aspekt, dass diese Freiheit gewahrt bleibt.“

Bedingt seien auch digital abgehaltene Gottesdienste und kirchliche Online-Zusammentreffen hilfreich, so Kerker. Er fügte hinzu, er höre schon von den meisten Menschen, die sich an ihn gewandt hätten, dass sich das Beisammensein gewünscht werde.
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CDU-Lob für AfD „hinter vorgehaltener Hand“

Unter „gewissen Gesundheitsauflagen“ seien solche Vor-Ort-Veranstaltungen in Kirchen und Gotteshäusern auch problemlos möglich, sagte Kerker. Es habe „viel Zuspruch“ aus der Bevölkerung für den Antrag gegeben. Nach seinen Worten gab es und „hinter vorgehaltener Hand“ vereinzelt positive Reaktionen einiger Berliner CDU-Politiker für den AfD-Vorstoß.
Mit dem Antrag wollte die Fraktion den Berliner Senat auffordern, das vom Grundgesetz garantierte Recht auf Freiheit der Religionsausübung auch „unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie ohne Ausnahme zu achten.“ Die AfD-Fraktion in der Hauptstadt lehne Verbote von Gottesdiensten in Präsenzform entschieden ab.
Ebenso dürfe seitens der rot-rot-grünen Regierung kein Druck auf Kirchen ausgeübt werden, geht aus dem Papier hervor. Gottesdienste sollten demnach nicht willkürlich abgesagt oder auf Online-Formate umgestellt werden dürfen.
Der AfD-Antrag selbst wird vom Senat „nicht weiter besprochen“, erläuterte AfD-Sprecher Kerker im Interview.

„Wir hatten eine Sofortabstimmung gefordert, diese ist leider abgelehnt worden. Wir werden aber als Fraktion weiterhin deutlich machen, dass wir für die Christen in Berlin ein Ansprechpartner sind und ein Stück Normalität zurückbekommen.“

Als Merkels „Osterruhe“ scheiterte

Die Antragsteller meinen, dass insbesondere in aktuellen Krisenzeiten der christliche Glauben der Bevölkerung Halt und Glauben geben könne. Gottesdienste sollten zu Ostern verboten werden, hatte die Bundeskanzlerin gefordert. Das wurde aber nach viel Kritik aus der Öffentlichkeit wieder zurückgezogen. Letztlich konnten auch in Berlins Kirchen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln an den Osterfeiertagen Gottesdienste stattfinden.
Das Interview mit Franz Kerker (AfD) zum Nachhören:
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