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Diplomatischer Eklat: Außenminister der Türkei und Griechenlands streiten sich vor der Presse

© REUTERS / TURKISH FOREIGN MINISTRYDer türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu und sein griechischer Amtskollege Nikos Dendias
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu und sein griechischer Amtskollege Nikos Dendias - SNA, 1920, 16.04.2021
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Einen solchen Eklat haben diplomatische Beobachter schon lange nicht gesehen: Der erste Besuch eines griechischen Außenministers in der Türkei seit zwei Jahren hat mit einem Skandal geendet – es kam zu streckenweise beleidigend scharfen Äußerungen.
Die gemeinsame Pressekonferenz des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu und seines griechischen Amtskollegen Nikos Dendias hatte freundschaftlich angefangen. Cavusoglu nannte Dendias sogar „Freund Nikos“. Der Grieche wiederum erzählte, wie lange man sich schon kenne.
Plötzlich eskalierte das Gespräch, nachdem Dendias der Türkei vorwarf, Prinzipien der Europäischen Union nicht zu respektieren:
„Ich glaube nicht, dass ihr das zum ersten Mal hört. Und ich würde äußerst beeindruckt sein, wenn Du, lieber Mevlüt, erwarten würdest, dass ich nach Ankara komme und die Dinge in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer so darstellen würde, als wäre nichts passiert. Die Ansicht Griechenlands ist: Die Türkei hat das internationale Recht und das Seerecht verletzt.”
Dendias ermahnte die Türkei außerdem, keine Fake-News zu verbreiten, „die nicht zum positiven Klima beitragen, auf dessen Festigung wir uns geeinigt haben“. Zudem müsse „die Zypernfrage endlich gelöst werden“ und Abstand davon genommen werden, „auch in dieser Region zu provozieren“.
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Cavusoglu konnte nicht an sich halten und sprach von inakzeptablen Anschuldigungen gegen sein Land:
„Aber in seiner Rede hat Niko Dendias leider äußerst inakzeptable Anschuldigungen gegenüber meinem Land geäußert.“ Er warf Griechenland etwa vor, gegen internationales Recht zur verstoßen und Menschen „ins Meer geworfen“ zu haben. Das habe man nicht vor der Presse besprechen wollen, „aber Sie stellen sich hierher und beschuldigen die Türkei vor der Presse, um natürlich Ihrem Land eine Botschaft zu vermitteln. Das kann ich nicht akzeptieren“, sagte der türkische Außenminister.

Presse reagiert

Nach dem diplomatischen Eklat zwischen den Außenministern vor laufenden Kameras haben türkische und griechische Medien teilweise mit Empörung reagiert. „Skandal von Dendias“, schrieb etwa die regierungsnahe türkische Zeitung Milliyet kurz nach dem Treffen von Nikos Dendias und seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu am Donnerstagabend in Ankara. Die konservative Athener Zeitung „Political“ sah gar „Krieg zwischen Dendias und Cavusoglu in der Luft“.
Von „Zankerei“ schrieb die türkische Zeitung „Cumhuriyet“. Die ebenfalls in der Türkei erscheinende Zeitung „Hürriyet“ nannte Dendias Benehmen „schockierend“: „Er kam zum Dialog und fing einen Streit an.“
Die linke griechische „Zeitung der Redakteure“ hingegen fragt: „Was nun?“ Beide Seiten würden den Dialog fortsetzen wollen, hätten aber grundverschiedene Auffassungen.
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