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Kriminalstatistik 2020: Straftaten insgesamt deutlich gesunken – Gewalt gegen Beamte gestiegen

© CC0 / Pixabay/Ichigo121212Gefängnis (Symbolbild)
Gefängnis (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.04.2021
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Die Zahl der von der Polizei erfassten Straftaten ist auf einem Rekordtief. Das zeigen die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik. Die Gewalt gegen Staatsbeamte habe demnach zugenommen. Erstmals werden in dem Bericht auch Verstöße gegen den Infektionsschutz genannt.
Insgesamt sank die Zahl der registrierten Straftaten im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 um 2,3 Prozent auf rund 5,3 Millionen Fälle. Das zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 (PKS), die am Donnerstag von Bundesinnenminister Horst Seehofer, dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA) Holger Münch sowie dem Landesinnenminister des Landes Baden-Württemberg Thomas Strobl vorgestellt wurde.
„Der rückläufige Trend setzt sich fort“, sagte Seehofer bei der Vorstellung. Das BKA verzeichnete eine Million weniger Straftaten als noch vor 5 Jahren. Die Zahl der in Deutschland verübten Straftaten befinde sich auf einem Rekordtief. Im Vergleich zum Jahr 2006 ging die Zahl der erfassten Straftaten laut BKA sogar um mehr als 15 Prozent zurück. 58,4 Prozent der Fälle konnten 2020 aufgeklärt werden, nach 57,5 Prozent im Vorjahr. Bei Tötungsdelikten, Sozialleistungsbetrug und Schwarzfahren war die Aufklärungsquote am höchsten. Bei Wohnungseinbrüchen und Fahrraddiebstahl besonders niedrig.
Trotz der Kontaktbeschränkungen hat die Polizei mehr sexuellen Missbrauch von Kindern aufgedeckt. Das Bundeskriminalamt (BKA) erklärt die Zunahme um 6,8 Prozent auf 14.594 Fälle im Jahr 2020 teilweise mit den über die Internet-Recherche zu Missbrauchsbildern aus den USA gemeldeten Fällen, bei denen der Tatort in Deutschland liegen soll. Zudem seien nach den großen Missbrauchsverfahren in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster die Ermittlungen intensiviert worden.
Über alle Delikte hinweg ging die Zahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen um 3,6 Prozent beziehungsweise 8,8 Prozent zurück. Das BKA vermutet, dass dies teilweise an der „eingeschränkten Möglichkeit der Freizeitgestaltung im öffentlichem Raum sowie den eingeschränkten Tatgelegenheiten im Zusammenhang mit den Corona-Schutzmaßnamen“ liegt.
Zwar nahm die Gewaltkriminalität laut der PKS insgesamt um 2,4 Prozent auf 176.672 Straftaten ab. Bei Mord, Totschlag, Vergewaltigung und anderen Sexualdelikten verzeichnete die Polizei allerdings eine Zunahme von jeweils mehr als drei Prozent.
Bundesweit wurden zudem erstmals 6.779 Straftaten nach dem Infektionsschutzgesetz registriert. Jedoch sind nicht alle Verstöße gegen die jeweils vor Ort geltenden Corona-Schutzbestimmungen Straftaten. Bei den meisten Verstößen gegen den Infektionsschutz handelt es sich um Ordnungswidrigkeiten, die mit einem Bußgeld geahndet werden.
Die Zahl der körperlichen Attacken auf Polizeibeamte und andere Ordnungskräfte im vergangenen Jahr sei um fast 5,9 Prozent auf fast 15.800 Fälle gestiegen. Angehörige der sogenannten Querdenker-Bewegung hätten sich bei Kundgebungen in Stuttgart, Berlin und Kassel mehrfach „vollkommen unverantwortlich verhalten“, sagte Innenminister Strobl. „Eine der wesentlichen Ursachen“ für den Anstieg bei den Attacken auf Polizisten sei die Polarisierung durch die Corona-Pandemie, sagt BKA-Präsident Münch. Die Beamten seien damit besonders konfrontiert, weil sie Protestkundgebungen begleiten und Infektionsschutzmaßnahmen durchsetzen müssten. „Meine Kolleginnen und Kollegen erleben fast täglich Situationen, in denen ihnen unvermittelt Brutalität entgegenschlägt“, sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Dietmar Schilff.
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