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Streit um Impf-Touristen – Corona im Osten: Sachsen-Anhalt mit dritthöchstem Inzidenzwert

© AFP 2021 / RONNY HARTMANNPCR-Test auf Coronavirus
PCR-Test auf Coronavirus - SNA, 1920, 15.04.2021
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Sachsen-Anhalt verzeichnet nach Thüringen und Sachsen derzeit den bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenzwert. Ein Landkreis ist besonders vom Coronavirus betroffen. Währenddessen kommt es zum Konflikt um Impf-Tourismus in Magdeburg.
Der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenzwert ist in Sachsen-Anhalt laut zuständigen Ministerien und Medienberichten aktuell auf über 200 gestiegen. „Zum ersten Mal seit Januar“, meldet der „MDR“: „Den sprunghaften Anstieg erklären Experten mit dem Osterwochenende.“
Demnach werden momentan etwa 201 Menschen je 100.000 Einwohnern in dem ostdeutschen Bundesland positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-Cov-2 getestet. „Laut Gesundheitsamt konnte nur der Landkreis Anhalt-Bitterfeld einen Wert von unter 100 vorweisen. Spitzenreiter ist nach wie vor der Burgenlandkreis. Hier liegt die Inzidenz mittlerweile bei 383.“ In der Landeshauptstadt Magdeburg wird der aktuelle Wert laut Robert-Koch-Institut mit 146 ausgewiesen, die Großstadt Halle an der Saale verzeichnet einen Inzidenzwert von 212.

Bereits fast 3000 Todesfälle mit oder an Corona

Das Sozialministerium in Magdeburg „meldete am Nachmittag 859 neue Infektionsfälle innerhalb eines Tages für das Land“, berichtete die „Mitteldeutsche Zeitung“ am Mittwoch.
Mit diesem Wert habe Sachsen-Anhalt „nach den Nachbarländern Thüringen (254) und Sachsen (227,8) bundesweit das höchste Infektionsgeschehen.“
Demnach liege die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in dem Bundesland bei aktuell 81.114. „Insgesamt 2913 Menschen sind seit dem Ausbruch der Pandemie im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Darunter waren seit Dienstag zehn Todesfälle gemeldet worden.“ Zusammenfassend seien 143 Intensiv- und Beatmungsbetten in Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt gegenwärtig mit einem Covid-19-Patienten belegt.
Notaufnahme für Corona-Patienten (Symbolbild) - SNA, 1920, 13.04.2021
Klinikgesellschaft Sachsen-Anhalts: Situation in Krankenhäusern „beherrschbar“

Impfwillige aus Berlin und Hamburg reisen nach Sachsen-Anhalt

Unterdessen schwele in der Landeshauptstadt ein Streit zwischen Stadtverwaltung und Landesregierung über die Verteilung von Impfdosen. „Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) will den sogenannten Impftourismus unterbinden. Er verteidigte am Mittwoch seine Linie, im Impfzentrum der Landeshauptstadt bevorzugt Magdeburgerinnen und Magdeburger impfen zu lassen.“
Nachdem Anfang April die Elbestadt Impfungen für alle über 60-Jährigen ermöglicht hatte, habe der Anteil auswärtiger Impfpersonen bei über 40 Prozent gelegen.
Laut Bericht waren auch Impf-Touristen aus Niedersachsen, Hamburg und Berlin darunter gewesen.
„Ich bin dafür verantwortlich, dass meine Bevölkerung geschützt wird und geimpft wird“, wurde OB Trümper zitiert. Der SPD-Politiker argumentiere, der Impfstoff werde bezogen auf die Einwohnerzahl quotiert. Die Bevölkerung in Magdeburg und in Sachsen-Anhalt sei im Durchschnitt relativ alt und brauche deshalb besonderen Schutz. Zudem liege „die Sterberate der an Corona Erkrankten hierzulande mit 3,6 Prozent höher als etwa in Niedersachsen mit 2,35 Prozent.“
Klassenraum in einer Schule (Symbolbild) - SNA, 1920, 13.04.2021
Wegen Testpflicht-Forderung: Schülervertreter mit Hassbotschaften attackiert

Über 350.000 Impfungen in Sachsen-Anhalt

Mehrere Medien meldeten zuvor, dass das Sozialministerium die Situation anders einschätze als der Magdeburger Oberbürgermeister. Impfberechtigte können demzufolge Termine in einem Impfzentrum buchen, das nicht an ihrem Wohnort liege.
„Die Zahl der bisher durchgeführten Erstimpfungen in den Impfzentren des Landes lag nach Angaben des Sozialministeriums am Mittwoch bei etwa 353.000.“ Hinzu kämen noch rund 36.000 Impfungen der niedergelassenen Ärzteschaft.

Home Office: Menschen zahlen mehr für Strom

Parallel dazu berichtet die Magdeburger Zeitung „Volksstimme“ über höheren Stromverbrauch durch vermehrtes Home Office in Sachsen-Anhalt. Dortige Haushalte „müssen im Mittel mit 65 Euro Mehrausgaben im Jahr rechnen.“
Die Ursachen für den höheren Verbrauch seien durchaus im Home Office zu finden, wird eine Sprecherin der Stadtwerke in Magdeburg zitiert. „Vor allem Computer und Herd lassen den Zähler drehen. Hinzu kommen in einigen Haushalten elektrische Durchlauferhitzer für warmes Wasser.“
Die Heimarbeit fiel darüber hinaus in diesem Jahr „zudem in recht kalte Wintermonate. Verglichen mit 2020 war der Januar in Sachsen-Anhalt gut drei Grad und der Februar sogar fünf Grad kälter. Etliche Wärmepumpen mussten mit Strom zuheizen. Zum höheren Stromverbrauch addieren sich höhere Ausgaben für Gas oder Öl.“
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