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„Größte Bedrohung für die USA ist ihre eigene Politik“ – Journalistin Caitlin Johnstone

© REUTERS / TOM BRENNERWeißes Haus in Washington
Weißes Haus in Washington - SNA, 1920, 15.04.2021
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In dem jüngsten Beitrag auf ihrem Blog nimmt die Journalistin Caitlin Johnstone in gewohnt bissiger Manier die US-Politik aufs Korn. Diesmal steht die Einschätzung der CIA zu den größten Bedrohungen für die Sicherheit der USA im Fokus.
Als größte Bedrohungen für die USA seien jüngst von den US-Geheimdiensten China, Russland, der Iran und Nordkorea benannt worden, und das habe zu Überschriften geführt wie bei der „New York Times“, die da titelte: „China stellt die größte Bedrohung für die USA dar, sagt ein neuer Bericht der Geheimdienste“. Weniger propagandistisch formuliert hätte es laut Johnstone heißen können: „Das ist, wovor ihr nach Willen der CIA Angst haben solltet, damit die geostrategische Agenda vorangetrieben werden kann“.
Der Bericht stelle eine Reihe von nicht mit Fakten belegten Behauptungen auf, die einzig dem Zweck dienten, Zustimmung für globale Aufrüstung zu generieren und skrupellose Propaganda-Einrichtungen wie die „New York Times“ zu unterstützen, so Johnstone. Dabei widerspreche der Bericht der US-Nachrichtendienste dem, was ihre eigene nachrichtendienstliche Quelle sage.
Dieser Quelle zufolge stellten Peking, Moskau, Teheran oder Pjöngjang keine nennenswerte Bedrohung dar, vielmehr sei die schlimmste Bedrohung für die USA die Politik der USA selbst. Für die Amerikaner seien die heimischen Austeritätsmaßnahmen und die Tatsache, dass man sich auf eine rassistische, gewalttätige und zunehmend militarisierte Polizei verlasse, um die verarmte Bevölkerung auf Linie zu prügeln, statt ihr zu helfen, die weit größere Bedrohung als China.

„Die Tatsache, dass Amerikas bevorzugte Strategie des Umgangs mit denjenigen, die durch das Raster fallen, sein riesiger Gefängnis-Industrie-Komplex ist, ist für Amerika die weit größere Bedrohung als Russland, Iran oder Nordkorea jemals sein könnten.“

Aber die erdrückende Armut und der Autoritarismus seien notwendig, wenn eine Nation die zentrale Schaltstelle eines weltumspannenden Imperiums sei und ihre Regierenden sicherstellen müssten, dass die Bevölkerung zu arm, zu eingespannt und zu sehr von Propaganda beeinflusst bleibt, um die Zahnräder der Kriegsmaschine zu behindern. Wenn die Amerikaner anfingen, die Macht ihrer schieren Masse zu nutzen, um ihr politisches System zu zwingen, aufzuhören, Geld und Ressourcen in nicht enden wollende Okkupation und immer teurer werdenden militärischen Expansionismus zu stecken, sodass man sich um die eigene Bevölkerung kümmern könnte, würde das Imperium fallen. „Und das würde die Imperialisten traurig machen“, so Johnstone.

Eigene statt äußere Gefahr

Die wahre Bedrohung für Amerika seien ihrer Quelle zufolge die immer weiter überdehnten militärischen US-Unternehmungen in dem Versuch, die „unbestrittene unipolare planetare Hegemonie“ in einer Welt aufrechtzuerhalten, die für immer außer Kontrolle sei, während man die heimische Bevölkerung unterdrücke und verarmen lasse.
„Okay, meine nachrichtendienstliche Quelle befindet sich zwischen meinen Ohren“, gibt Johnstone zu. Jeder, der ein Hirn besitze, könne erkennen, dass es für die USA keine echte Bedrohung von außen gebe. „Die Tage des Imperialismus mögen gezählt sein. Der Kapitalismus könnte auf dem Rückzug sein. Aber die USA selbst werden auf der Weltbühne von keinem ausländischen Akteur bedroht.“
Andersrum sei es die US-Regierung, die andere Nationen bedrohe, die sich ihrem Diktat nicht fügten. Jeder, der seine eigenen „nachrichtendienstlichen Quellen“ bemühe, werde erkennen, dass die wahre Bedrohung für Amerika von Oligarchen, Imperialisten und Profiteuren komme, die die US-Regierung und ihre Militärmacht als Werkzeug sähen, um die eigene Macht und den eigenen Wohlstand ohne Ansehen der menschlichen Verluste auszubauen, resümiert die Autorin.
Flagge Russlands und der USA (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.04.2021
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