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UN-Bericht: Immer mehr Opfer unter Zivilisten im Afghanistan-Konflikt

© REUTERS / PARWIZBeerdigung der erschossenen Ärztin in Dschalalabad (Archivbild)
Beerdigung der erschossenen Ärztin in Dschalalabad (Archivbild) - SNA, 1920, 14.04.2021
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Die Zahl der zivilen Opfer im Afghanistan-Konflikt hat im ersten Quartal deutlich zugenommen. Die UN-Mission in dem Krisenstaat (Unama) verzeichnete einen Anstieg von getöteten und verwundeten Zivilisten um fast 30 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.
Demnach starben von Januar bis März mehr als 570 Zivilisten, mehr als 1210 weitere wurden verwundet. Sehr besorgniserregend sei der Anstieg der Zahlen getöteter und verletzter Frauen um 37 Prozent und von Kindern um 23 Prozent, heißt es in dem Bericht weiter. Der Anstieg der Opferzahlen im ersten Quartal sei hauptsächlich auf Bodeneinsätze, selbstgebastelte Sprengkörper und gezielte Tötungen zurückzuführen. Unama erinnert in dem Bericht daran, dass das gezielte Töten von Zivilisten nach internationalem Recht verboten und als Kriegsverbrechen einzustufen sei.
US- und Bundeswehr-Truppen bei einer Anti-Demo-Übung im Rahmen der KFOR-Mission (Archivbild) - SNA, 1920, 13.04.2021
Biden will US-Truppen aus Afghanistan bis 11. September abziehen - Regierungskreise
Der Beginn von Friedensverhandlungen im September zwischen den aufständischen Taliban und der Regierung hatte Hoffnungen geweckt, dass sich die Situation für die Zivilbevölkerung im Land verbessert. Aber das Gegenteil passierte: In den sechs Monaten zwischen Oktober 2020 und März 2021 verzeichnete Unama einen Anstieg der zivilen Opfer um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In dem Land ist neben den Taliban auch noch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) aktiv, die sich vor allem im Osten des Landes wieder vermehrt zu Angriffen bekannte.
Die Friedensverhandlungen waren zuletzt ins Stocken geraten. Mehrere US-Bemühungen, den Prozess zu beschleunigen, scheiterten. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die USA als größter Truppensteller in Afghanistan ihre Soldaten ohne Bedingungen zum 11. September abziehen wollen.
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