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Taliban verlangen früheren Truppenabzug – Kabul enttäuscht über US-Entscheidung

© REUTERS / Pool / Alexander ZemlianichenkoTaliban-Chef Mullah Abdul Ghani Baradar bei den Verhandlungen mit der afghanischen Regierung in Moskau (Archivbild)
Taliban-Chef Mullah Abdul Ghani Baradar bei den Verhandlungen mit der afghanischen Regierung in Moskau (Archivbild) - SNA, 1920, 14.04.2021
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Die militant-islamistischen Taliban bestehen auf dem Abzug aller US- und Nato-Truppen aus Afghanistan bis zum 1. Mai. Das ist allerdings deutlich vor dem inzwischen von den USA genannten Termin am 11. September. Auch in Kabul herrscht Enttäuschung über den bedingungslosen Abzug der US-Truppen binnen weniger Monate.
Die Taliban fordern den Abzug aller ausländischen Streitkräfte aus Afghanistan bis zum 1. Mai 2021. Das ist das per „USA-Taliban-Abkommen“ festgelegte Datum. Darauf verwies der Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Mittwoch auf Twitter. Diese Vereinbarung wurde noch in der Amtszeit des früheren US-Präsidenten Donald Trump geschlossen. Der neue Präsident Joe Biden will dies nun ändern.
Falls die Vereinbarung gebrochen werde, würden sich die „Probleme verschärfen“, drohte er. Dafür seien dann jene haftbar, die diese Vereinbarung nicht eingehalten hätten. Auch die Bundeswehr beteiligt sich an dem Nato-Einsatz in Afghanistan.
„Wenn jedoch die Vereinbarung eingehalten wird, wird auch ein Weg gefunden, um die verbleibenden Probleme anzugehen“, schrieb der Sprecher der Taliban weiter. Damit meint er wohl den laufenden innerafghanischen Friedensprozess. Die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban laufen seit September im Golfemirat Katar. Zuletzt sind sie aber ins Stocken geraten.
Am Dienstag verkündete Washington, dass die Vereinigten Staaten als größter Truppensteller in Afghanistan ihre Soldaten ohne Bedingungen zum 11. September abziehen wollen.
Es sei das „Verantwortungsloseste und Egoistischste“, was die USA ihren afghanischen Partnern hätten antun können, sagte ein Mitglied des Verhandlungsteams der afghanischen Regierung bei den Friedensgesprächen in Doha am Mittwoch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Der Funktionär will namentlich nicht genannt werden.
Weiterhin betonte er, dass der Abzug das Ende des Krieges für die USA bedeute, jedoch würden die afghanischen Partner den Preis dafür weiterzahlen. Die USA hätten den Krieg mit etwas mehr Geduld auf verantwortungsvolle Weise beenden können, kritisiert er.
Am Ort eines Terroranschlags in Kabul (Archivbild) - SNA, 1920, 14.04.2021
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Der Truppenabzug ist „unglücklich“

Der Abzug der internationalen Truppen war die Hauptforderung der militant-islamistischen Organisation. Nun bleiben der afghanischen Regierung kaum mehr Druckmittel in den Verhandlungen mit den Extremisten.
Auch die langjährige Chefin der afghanischen Menschenrechtskommission, Simar Samar, nannte den bedingungslosen Abzug laut DPA „unglücklich“. Der Abzug hätte an Konditionen geknüpft und auf verantwortungsvolle Weise geschehen sollen.
Eine offizielle Reaktion des afghanischen Präsidentenpalastes stand am Mittwochmittag noch aus. Präsident Aschraf Ghani wolle sich erst dann äußern, wenn er mit dem US-Präsidenten Joe Biden über den neuen Rückzugsplan gesprochen habe, erklärte der Präsidenten-Sprecher.
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