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„Anti-Russland-Meinungsmache“ – Medien-Analyse zu Moskaus Truppenbewegungen

© SNA / Konstantin MichaltschewskijRussische Militärs auf einem Flugplatz auf der Krim (Archivbild)
Russische Militärs auf einem Flugplatz auf der Krim (Archivbild) - SNA, 1920, 14.04.2021
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Weil Russland entlang seiner Westgrenze Militärmanöver durchführt, kochen in den deutschen Medien die Befürchtungen hoch, Moskau könnte sich in den Ukraine-Konflikt militärisch einmischen. Ein kurzer Blick in die Berichterstattung offenbart eine ungeheure Einseitigkeit.
Die G7-Außenminister zeigen sich Außenminister Heiko Maas (SPD) zufolge „zutiefst beunruhigt“ angesichts der „umfangreichen Verstärkung russischer Streitkräfte“ an seinen Grenzen zur Ukraine und auf der „illegal annektierten Krim“. Die großangelegten und nicht angekündigten Truppenbewegungen seien bedrohlich und destabilisierend, teilte Maas am Dienstag auf Twitter mit. „Wir rufen Russland auf, Provokationen einzustellen und Spannungen im Einklang mit seinen internationalen Verpflichtungen unverzüglich abzubauen. Besonders die OSZE-Verpflichtungen sind einzuhalten, zu denen es sich bezüglich der Transparenz militärischer Bewegungen bekannt hat.“
Die Ansicht, dass Russland provoziere, greifen die deutschen und andere westlichen Leitmedien mit ihrer Berichterstattung auf und befeuern diesen.
Machtdemonstration oder bevorstehende Invasion?“, „Russland droht der Ukraine mit Krieg“, „Russischer Aufmarsch: „Ganzes Feld voller Militärtechnik‘“, „Putin rasselt mit den Säbeln“, „Russische Provokationen: Putin spielt mit dem Feuer“, diese und viele andere angsteinflößende Titel findet man, wenn man in der Suchmaschine „Russland Ukraine“ eingibt. Von den Kommentatoren wird die russische Militärübung als Vorbereitung eines neuen Konfliktes dargestellt und als Schreckensszenario gezeichnet.
Dabei wird mit keinem Satz erwähnt, dass auch die Nato seit März eines seiner größten Militärmanöver „Defender-Europe 21“ mit 31.000 Teilnehmern durchführt – und das wie bereits im Jahr 2020 wieder an der russischen Grenze. Diesmal liegt der regionale Schwerpunkt in der Schwarzmeer-Region. Mit dabei sind diesmal die Dritt-Staaten Ukraine, Georgien, Moldawien, Bosnien-Herzegowina und Kosovo.
Sich sachlich über das Manöver in den deutschen Leitmedien zu informieren, ist eher kompliziert: Bei der Eingabe in die Suchmaschine des Begriffs „Defender Europe 2021“ erscheinen als erstes die Beiträge der „Märkischen Oderzeitung“, der „Jungen Welt“ oder der „Schweriner Volkszeitung“.
Unerwähnt lassen die meisten Medien auch, dass die Ukraine wieder vermehrt Тruppen und Technik in das Konfliktgebiet verlegt. Auch die USA haben türkischen Angaben zufolge zwei Kriegsschiffe ins Schwarze Meer ausgesandt. Die Türkei sei bereits vor 15 Tagen über diplomatische Kanäle von der Durchfahrt durch die Bosporus-Meerenge informiert worden, sagte eine Sprecherin des türkischen Außenministeriums der Deutschen Presse-Agentur letzten Freitag. Die Schiffe sollten bis zum 4. Mai im Schwarzen Meer bleiben. Die Durchfahrt solle zwischen 14. und 15. April erfolgen. Das kritisierte der russische Außenminister Sergej Lawrow.
Dass all diese Informationen ausgelassen werden, um ein vollständiges und objektives Bild der Geschehnisse zu erhalten, bringt den Chefredakteur der Internetzeitung „Infosperber“, Christian Müller, zu dem Schluss: „Die westlichen Medien informieren nicht nur, sie betreiben vor allem auch Anti-Russland-Meinungsmache“.
Auf die Frage, was Russland an der Grenze zur Ukraine mache, antwortete der russische Außenminister Sergej Lawrow: „Wir wohnen dort.“ Dabei verweist Russland immer wieder auf sein Recht, auf eigenem Staatsgebiet Truppen zu bewegen, wohin es wolle.
Während der Kämpfe am Bahnhof Jasinowataja in der Region Donezk brannte ein Zugwagen nieder. Symbolfoto - SNA, 1920, 12.04.2021
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