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Mit Roboterhund auf Patrouille: New Yorker Polizei hat ungewöhnlichen Kollegen – Video

© AFP 2021 / MICHAEL COHENRoboterhund von Boston Dynamics (Archivbild)
Roboterhund von Boston Dynamics (Archivbild) - SNA, 1920, 14.04.2021
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Ein Roboterhund von „Boston Dynamics“ war in den New Yorker Straßen auf Streife mit der Polizei unterwegs. Das fanden etliche Passanten befremdlich. Der Roboterkollege kann bei der Bombenentschärfungen und Wohnungsdurchsuchungen eingesetzt werden – oder für den Aufbau eines Überwachungsstaat und Kriegseinsätze.
Es war für manche New Yorker ein verstörender Anblick, als sie Polizisten auf ihrer Streife mit einem Hund entdeckten. Hunde und Polizei sind zwar ein eingespieltes Team, aber bei diesem vierbeinigen Kollegen standen die Dinge anders: Er bestand aus Metall und Kunststoff. Es war ein Roboterhund des US-Roboterherstellers „Boston Dynamics“, der bereits mit manchem Stunt im Netz für Aufsehen gesorgt hat.
Das Video, über das das Online-Portal Futurism berichtet, ist in kürzester Zeit viral geworden. Auf Twitter wurde es fast acht Millionen geklickt. Aber was hat eigentlich ein Roboterhund bei der Polizei verloren? Die Erklärung ist einfach: Er soll die Lage sondieren und dadurch die Gefährdung von Polizisten senken. Er kann sich einer Bombe nähern, ohne dass jemand leiblich gefährdet ist oder in Wohnungen hineinmarschieren und prüfen, ob jemand da ist, selbst wenn drinnen Dunkelheit herrscht.
Der Roboterhund wurde im Februar bei einem Wohnungseinbruch erfolgreich erprobt, um zu überprüfen, ob noch Einbrecher in der Wohnung sind, berichtete die Tageszeitung „New York Times“. Es geht der Polizei laut eigenen Angaben darum, Beamte nicht unnötig zu gefährden, Leben zu retten.
So weit, so gut. Mit der Neuerung kam aber auch eine Welle der Kritik. Der augenscheinlichste Kritikpunkt ist ein ethischer: Der Roboter könnte mit der Zeit erweitert und mit Waffen ausgestattet werden. Wohin so eine Entwicklung führen könnte, kann keiner abschätzen.

Überwachungsstaat und robotische Kriegsführung

Ein anderer Punkt ist weniger auffällig, aber nicht weniger wichtig. Die US-Polizei erweitert schon seit längerem ihre Technologien im Bereich der Überwachung. Die Nutzung von Amazon-Ring-Videokameras von US-Bürgern gehört dazu. Die Kameras werden zum Einbruchschutz ihrer Häuser installiert. Hat die Polizei Zugriff auf diese Geräte, dann hat sie zu jeder Zeit einen Einblick in einen Ausschnitt des öffentlichen Raums – und verletzt damit die Privatsphäre von Passanten, die durch diesen Ausschnitt laufen. Wird das Netz dichter, dann wird auch die Überwachung lückenloser und Verhältnisse, wie sie in China kritisiert werden, rücken näher. Mit Kameras und Sensoren ausgestattete Roboter, die durch Straßen patrouillieren, sind im Endeffekt eine solche Überwachungskamera, die aber plötzlich mobil geworden ist.
Hunderasse französische Bulldogge  - SNA, 1920, 16.03.2021
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Neben dem Einsatz in New York soll ein solcher Roboterhund in Frankreich an einer Militärakademie bei einer Gefechtsübung eingesetzt worden sein.
Für „Boston Dynamics“ sind solche Berichte eine Herausforderung, denn es gilt einen Drahtseilakt zu meistern: für das Unternehmen wichtige Abnehmer nicht verschrecken und dabei so etwas wie moralische Prinzipien zu demonstrieren.
Anlässlich des Einsatzes in Frankreich sagt Michael Perry aus der Geschäftsentwicklung im Gespräch mit dem US-amerikanischen Technikportal „The Verge“:

„Wir glauben, dass Robotern beim Militär – sofern diese die Gefährdung von Menschen verringern sollen – einen absolut berechtigten Einsatz der Technologie darstellen.“

Laut Nutzungsbedingungen des Unternehmens gilt, dass der Roboterhund nicht eingesetzt werden darf, „um Menschen oder Tiere zu verletzten oder einzuschüchtern oder als Waffe“. Aber wo beginnt eigentlich Einschüchterung? Und sind die Nutzungsbedingungen in Stein gemeißelt?
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