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Pilzleder und Orangenseide: Die fünf ungewöhnlichsten Bio-Stoffe für unsere Kleidung

© CC0 / Free-Photos / PixabayKleidung (Symbolbild)
Kleidung (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.04.2021
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Für die Herstellung unserer Kleidung kann nicht nur die bereits bekannte Bio-Baumwolle oder recyceltes Polyester verwendet werden, sondern auch Materialien aus dem ganz unerwarteten Stoff wie Fischschuppen, Fruchtschalen oder Bakterien. SNA stellt Ihnen die ungewöhnlichsten Bio-Stoffe vor.
Kleidung aus nachhaltigen Materialien scheint wohl nicht mehr nur ein Nischenprodukt zu sein. Mittlerweile werden Bio-Stoffe hergestellt, die weder den Menschen noch der Umwelt schaden.

Orangenschalen

Allein in Italien bleiben jährlich 700.000 Tonnen Schale nach dem Pressen für Säfte aus Orangen und Zitronen übrig. Adriana Sautan und Enrica Arena haben daraus ein innovatives Geschäft gemacht. Mit Orange Fiber stellen sie aus diesen Schalen einen richtigen Stoff her, der sich wie Seide anfühlt und wie Seide aussieht.
Das italienische Modeunternehmen Salvatore Ferragamo war das erste, das den Stoff 2017 für seine Capsule Collection verwendet hat, schreibt das Portal Harpers Bazaar. Blusen, Hosen und Tücher aus Orangenschalen? Warum denn nicht?
Laut Medien werden zurzeit ähnliche Stoffe aus Bananenschalen, Zuckerrohrresten, Reisstielen und vielem mehr entwickelt.

Seidenpflanzen

Seidenpflanzen enthalten dicht gepackt viele flache Samen, die bis 40 Millimeter lange, seidige Haare besitzen. Die pflanzliche Daune ist sehr leicht und warm, etwa sechs Mal wärmer als Wolle.
Samen der Seidenpflanze - SNA, 1920, 14.04.2021
Samen der Seidenpflanze

Fischschuppen

Die britische Studentin Lucy Hughes von der Universität Essex fand heraus, wie man aus Schuppen eine Alternative zu Kunststoff herstellt. Allein in Großbritannien entstehen bei der Verarbeitung von Fisch 172.000 Tonnen Fischabfälle, berichtet das Portal Cleanthinking.

Im Unterschied zu anderen, als umweltfreundlicher Kunststoff getarnten Alternativen, die als abbaubar gelten, verschwindet MarinaTex im Meer tatsächlich – und verkleinert sich nicht nur zu Mikroplastik“, hieß es.

Aufgrund seiner Eigenschaften könne aus dem Biokunststoff alles gemacht werden – von Plastiktüten über flexible und transparente Plastikfolien bis zur Strohhalmen.
Das Material ist laut Medien auch recht sparsam in der Herstellung: Die Schuppen einer Atlantikforelle sind angelblich für so viel MarinaTex genug, um daraus 1400 kleine Nahrungssäcke herzustellen.

Ananasblätter, Trester und Pilze

Nicht nur Stoffe werden aus landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt, sondern auch lederähnliche Materialien. Einer dieser natürlichen Stoffe ist Piñatex. Es wird aus Ananasblattfasern hergestellt. Die Blätter, die normalerweise weggeworfen werden, werden aus den Ananasernten gewonnen und zu diesem Stoff verarbeitet. Dazu wird er mit einem synthetischen Polymer imprägniert.
Ein weiteres Kunstleder wird aus Trestern gewonnen, den Weintrauben nach der Weinproduktion.
Ein anderes lederartiges Material, Muskin oder Myx, wird aus Pilzen hergestellt. Dieses Material unterscheidet sich von anderen pflanzlichen Varianten des Leders dadurch, dass es vollständig aus einem Pilz besteht: Es wird in Form eines Films gezüchtet und dann getrocknet und verarbeitet. Das Pilzleder wird nicht mit einem synthetischen Polymer behandelt.
Der dänische Produkt-Designer Jonas Edvard hat mit einem ähnlichen Material aus Pilzen experimentiert. Das Ergebnis war Myx, aus dem er dann Lampenschirme gefertigt hat, schreibt das Portal Sewsimple. Auch in Berlin gibt es Interesse für so ein Leder. Die Künstlerin Suzanne Lee erforscht seit Jahren im Rahmen ihres Projekts BioCouture die Möglichkeiten mikrobiell hergestellten Leders. Ihr geht es dabei vor allem um die Nachhaltigkeit des lederähnlichen Materials, so das Portal.
Riss im Beton (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.02.2021
Bakterien stopfen Risse: Bio-Beton aus russischem Labor

Kaffee, Algen und Bakterien

Das Magazin „Vogue“ hatte 2020 das Färben als das größte Umweltproblem der Modeindustrie bezeichnet. Die naturschutzbewussten Modemarken suchen nach Möglichkeiten, ihre Stoffe mit natürlichen Pigmenten zu färben. Diese werden am häufigsten aus Pflanzen gewonnen.
In der Conscious Exclusive Collection für die Frühjahrs- und Sommersaison 2020 experimentierte das Unternehmen H&M mit einem Farbmittel auf Kaffeebohnenbasis.

„Das Team hat den Anteil zusammengesetzter Materialien verdoppelt und umweltschonendere Färbemethoden verwendet — ein natürlicher Farbstoff wurde sogar aus dem Kaffeesatz gewonnen, der in H&Ms eigenen Produktionsbüros gesammelt wurde“, sagte Ann-Sofie Johansson, Creative Advisor bei H&M.

Die Farbpigmente werden unter anderem auch aus Teeblättern, Blüten und Algen gewonnen.
Das 2015 gegründete Biotech-Unternehmen Colorifix verarbeitet Melasse – das Nebenerzeugnis von Zucker – zu Farbstoffen, die für die Textilfärbung verwendet werden können.
Darüber hinaus arbeiten die Wissenschaftler daran, Bakterien in neue Materialien zu integrieren. Die Biodesign-Agentur Faber Futures entdeckte 2011, dass eine Pigmente produzierende Mikrobe als Färbemittel für Kleidung verwendet werden kann. „Die Farbe oszilliert zwischen Rosa und Blau, je nach pH-Wert des Bodens, in dem sich die Mikrobe befindet, und erzeugt so verschiedene Effekte auf dem Stoff – inklusive eines Batik-Musters“, berichtet „Vogue“.
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