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Japan verteidigt Fukushima-Wasser – Netz empört über „Tritium-Freund“

© REUTERS / Kyodo/via REUTERS Behälter mit kontaminiertem Wasser im Kraftwerk Fukushima Daiichi, Okuma, Japan, der 13. Februar 2021
Behälter mit kontaminiertem Wasser im Kraftwerk Fukushima Daiichi, Okuma, Japan, der 13. Februar 2021 - SNA, 1920, 14.04.2021
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Japans Wiederaufbaubehörde hat am Dienstag ein Video und ein Poster veröffentlicht, die die Öffentlichkeit von der Sicherheit des kontaminierten Wassers aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima überzeugen sollen. Das radioaktive Isotop Tritium, das sich nicht aus dem Wasser herausfiltern lässt, wird als eine niedliche Gestalt dargestellt.
Das Ziel der Behörde ist es, den Bürgern klarzustellen, dass das überschüssige Kühlwasser aus den Reaktoren, das der Kraftwerksbetreiber Tepco in den Pazifik schütten will, unschädlich ist. Das radioaktiv verseuchte Wasser wird nach der ALPS-Technologie behandelt, nur Tritium ist eben aus dem Wasser nicht herauszubekommen.
Die Parolen auf dem Poster lauten: „Tritium ist überall“, „Es besteht keine Gefahr, dass Tritium sich schädlich auf die Gesundheit auswirkt“, „So wird es in der ganzen Welt gemacht“.
Es gibt aber auch Kritik für den Schritt der Regierung. Das Video und das Poster wurden schnell in den sozialen Netzwerken verbreitet, viele Menschen sind unzufrieden, dass Tritium zu einer Art Maskottchen gemacht wurde.
So erschien in chinesischen sozialen Netzwerken Doraemon, der berühmte katzenartige Roboter, der Tritium vorwirft, das Meer mit Müll übersät zu haben, und Godzilla, der beobachtet, wie Wasser aus dem Kernkraftwerk Fukushima-1 ins Meer abgeleitet wird.
Auch im japanischen Twitter wird scharf zum Thema diskutiert.
„Ekelhaftes Gefühl! Was, die Regierung berücksichtigt das Volk nicht mehr? Tritium zum Talisman gemacht? Dies ist eine PR, die von der Reconstruction Agency durchgeführt wird, um die Menschen an die Sicherheit von radioaktivem Wasser glauben zu lassen.“
„Verwandelt die Wiederaufbaubehörde Tritium in einen Talisman? ‚Freundlichkeit spielt eine große Rolle. Wir haben versucht, ein neutrales Bild zu schaffen, das weder gut noch schlecht ist‘, überzeugen Sie uns. Das verschmutzte Wasser aus dem Kernkraftwerk ist jedoch keineswegs ‘neutral‘, und es gibt keine Garantie dafür, dass andere Radionuklide ausreichend aus dem Wasser entfernt wurden. Möchten Sie sich immer noch über die Meinungsverschiedenheiten und Ängste über Ableiten von schmutzigem Wasser in den Ozean lustig machen?“
„In den zehn Jahren seit dem Erdbeben wurden Erfahrungen in der Bekämpfung von Gerüchten gesammelt, Marketing und Branding sind erheblich fortgeschritten, attraktive regionale Projekte werden nacheinander umgesetzt. Die Wiederaufbaubehörde sollte bei der Durchführung all dieser Ereignisse die Initiative übernehmen und sie schuf das Bild eines ‚Tritium-Freundes‘. In Wahrheit hat sich alles auf dieser Welt auf den Kopf gestellt.“
Tepco will voraussichtlich in zwei Jahren mit der Einleitung des Wassers ins Meer beginnen. Experten zufolge ist Tritium ein gering strahlendes Radionuklid und nicht besorgniserregend.
Kabinettschefsekretär Katsunobu Kato sagte auf einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch:
„Ich kann keine allgemeine Aussage machen, weil ich nicht weiß, wie im Wesentlichen und in welcher Form der Prozess des Ablassens von Wasser aus einem Kernkraftwerk ins Meer abläuft.“
Die Regierung sei aber bereit, Maßnahmen zu ergreifen, um Gerüchte zu unterdrücken und die Öffentlichkeit für ihren Schritt zu gewinnen.
Das Ministerkabinett traf die Entscheidung zur Behandlung von radioaktivem Wasser am Dienstagmorgen - gut zehn Jahre nach der schlimmsten Atomkatastrophe des Landes.
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