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Drosten: Lage in Krankenhäusern angespannt, weitere Maßnahmen neben Corona-„Notbremse” nötig

© AP Photo / Fabrizio BenschVirologe Christian Drosten
Virologe Christian Drosten - SNA, 1920, 14.04.2021
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Der Berliner Virologe Christian Drosten hat in einem Podcast des Norddeutschen Rundfunks vor der angespannten Lage in Krankenhäusern gewarnt und sich für die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung ausgesprochen.
Nach Angaben des Leiters der Virologie an der Berliner Charité besteht derzeit auf den Intensivstationen der Stadt eine „ganz kleine Reserve“ von elf Prozent freier Betten.
„Aber wir haben einfach gleichzeitig einen massiven Pflegemangel, und es fällt eben jetzt schon schwer, diese Betten zu betreiben“, sagte Drosten am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“.
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Die Aufnahmerate und Verlegung auf die Intensivstationen nehme „ja tatsächlich gerade exponentiell zu“. Die gesamte Medizin sei betroffen.
„Und es werden ja jetzt schon wieder die Operationen abgesagt, bei denen man weiß, der Operierte oder die operierte Patientin brauchten ein Intensivbett danach. Diese Operationen kann man einfach jetzt nicht durchführen.“
Wegen der Lage auf den Intensivstationen erwartet der Virologe, dass zusätzlich zur geplanten bundesweiten Corona-„Notbremse“ weitere Maßnahmen nötig sein würden.
„Ich denke, dass man anhand der sich jetzt einstellenden Situation in den Krankenhäusern auch noch mal anders reagieren muss.“
Dies müsse sicherlich in „allernächster Zeit“ geschehen, mahnte Drosten.
„Ich erwarte jetzt nicht ohne weiteres, dass man damit die Situation in der Intensivmedizin kontrollieren kann.“
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Wahrscheinlich seien „auch kurzfristigere Reaktionen“ notwendig. In der anderthalb Stunden langen Folge warnte der Experte außerdem vor einer Lücke, die es mit den Schnelltest beim Erkennen von Infektionen in der Frühphase gebe, und bezeichnete „das wählerische Verhalten von über 60-Jährigen, die nun nicht mit Astrazeneca geimpft werden wollen und lieber abwarten, bis sie das Präparat von Biontech/Pfizer bekommen können“, als „ganz schlechte Entwicklung“.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Astrazeneca mittlerweile für Menschen ab 60. Hintergrund sind seltene Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen jüngerer Menschen. Aus Drostens Sicht nimmt man „im Juni einem Jüngeren die Impfung weg“, wenn man statt einer Astrazeneca-Impfung auf ein anderes Präparat warte.
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Das Bundeskabinett hatte am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Damit müssen sich die Menschen in weiten Teilen Deutschlands auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen. Kommende Woche sollen die Neuerungen erst vom Parlament beschlossen werden und dann den Bundesrat passieren – trotz deutlicher Kritik einiger Länder und der Opposition im Bundestag.
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