Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Sucht in Deutschland: Trends bei Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum bekanntgegeben

© CC0 / lechenie-narkomanii / PixabayAlkoholmissbrauch (Symbolbild)
Alkoholmissbrauch (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.04.2021
Abonnieren
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat am Mittwoch die neuesten Zahlen, Daten und Fakten zum Konsum von Alkohol, Tabak und illegaler Drogen sowie zum Missbrauch von Medikamenten im Land veröffentlicht.
Beim Alkohol zählt Deutschland im internationalen Vergleich laut der Pressemitteilung nach wie vor zu den Hochkonsumländern. Die gesundheitlichen Folgen in der Bevölkerung seien entsprechend hoch: Mehr als 200 einzelne Krankheiten, darunter Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen, könnten durch Alkohol verursacht werden.
Schlaf (Symbolbild) - SNA, 1920, 13.04.2021
Hier sind die vier gastronomischen Schlaftöter
In Deutschland seien rund 1,6 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren alkoholabhängig, berichtet die DHS unter Verweis auf Hochrechnungen. Etwa 1,4 Millionen Menschen konsumierten Alkohol missbräuchlich, das heißt sie tränken große Mengen oder zeigten unter Alkoholeinfluss riskantes Verhalten.
Im Jahr 2018 hätten jede und jeder Deutsche im Alter ab 15 Jahren 10,7 Liter Reinalkohol konsumiert. Dies ist laut den Angaben zwar ein Rückgang im Vergleich zu 14,4 Litern Reinalkohol im Jahr 1970, aus der Sicht des DHS-Experten Dr. Peter Raiser besteht aber ein „dringender Handlungsbedarf, den nationalen Alkoholkonsum zu reduzieren“.
Zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf das Suchtverhalten liegen Raiser zufolge kaum belastbare Studien vor. Es gebe jedoch „Hinweise auf veränderten Alkoholkonsum“.
„In Zeiten von Kontaktbeschränkungen wird Zuhause mehr getrunken.“

Tabakkonsum

Der Anteil der Raucherinnen und Raucher ist in Deutschland nach DHS-Informationen seit einigen Jahren rückläufig: Zum Stand 2017 handle es sich um 19 beziehungsweise 26 Prozent der Personen ab 15 Jahre und älter.
Die Dachorganisation mit Sitz im nordrhein-westfälischen Hamm warnte aber davor, dass das Rauchen in den Industrienationen das „bedeutendste einzelne Gesundheitsrisiko und die führende Ursache vorzeitiger Sterblichkeit“ sei. Rund 127.000 Menschen seien im Jahr 2018 allein in Deutschland an den Folgen des Rauchens gestorben. Das seien 13,3 Prozent aller Todesfälle gewesen.
Kleidung (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.04.2021
Pilzleder und Orangenseide: Die fünf ungewöhnlichsten Bio-Stoffe für unsere Kleidung
Zu einigen Trends bei Tabakkonsum gehören demnach der Verbrauch von Feinschnitt, der 2020 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sei, sowie der in demselben Zeitraum um 44,3 Prozent zugenommene Konsum von (Wasser-) Pfeifentabak. Der spezielle Wasserpfeifentabak werde vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zuhause oder in sogenannten Shisha-Bars geraucht.
Auch der Verbrauch von Zigarren und Zigarillos sei 2020 etwas gestiegen. Dahingegen würden seit Beginn der 2000er Jahre nach und nach weniger Fertigzigaretten konsumiert. Dabei sollen die Deutschen 2020 rund 28,8 Milliarden Euro für Tabakwaren ausgegeben haben, was ein Plus von fünf Prozent bedeute.

Abhängigkeit von Medikamenten und illegalen Drogen

Nach der DHS-Einschätzung sind etwa 1,5 bis 1,9 Millionen Menschen in Deutschland medikamentenabhängig, insbesondere von Schlaf- und Beruhigungsmitteln (Benzodiazepine und Z-Substanzen) sowie von opioidhaltigen Schmerzmitteln, und die Zahlen steigen weiter. Betroffen seien vor allem ältere Frauen, weil sie häufig über einen langen Zeitraum Psychopharmaka verschrieben bekommen.
Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson - SNA, 1920, 14.04.2021
Impfstoff-Nebenwirkungen: Experten rätseln über mögliche Ursachen
In Deutschland wurde 2020 dem Statement zufolge ein Anstieg bei drogenbedingten Todesfällen registriert: 1581 Drogentote gegenüber 1398 im Jahre 2019. Rund 15,2 Millionen Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren und etwa 481.000 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren hätten zumindest einmal in ihrem Leben eine illegale Droge konsumiert, in den meisten Fällen sei es Cannabis gewesen.
Von Suchtproblemen Betroffene und ihre Angehörigen, Fachleute und Interessierte werden aufgerufen, im DHS-Suchthilfeverzeichnis nach Informationen und Hilfemöglichkeiten zu suchen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала