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Neue Studien: Virus-Mutante B.1.1.7 doch nicht tödlicher, aber ansteckender

© CC0 / NIH Image Gallery / FlickrSARS-CoV-2-Zelle (Symbolbild)
SARS-CoV-2-Zelle (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.04.2021
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Die britische Coronavirus-Variante B.1.1.7, die sich mittlerweile in weiten Teilen der Welt ausbreitet, ist deutlich ansteckender als die ursprüngliche Form des Virus. Neue Studien aus Großbritannien sehen jedoch keine Belege für eine erhöhte Sterblichkeit.
Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 ist aktuellen Studien zufolge ansteckender als die ursprüngliche Form. Allerdings fanden die Forscher keine Belege für eine höhere Tödlichkeit der Variante. Dies geht aus zwei separaten Studien hervor, die am Dienstag in den führenden medizinischen Fachmagazinen „The Lancet Infectious Diseases“ und „The Lancet Public Health“ veröffentlicht wurden.
Bereits zuvor hatten Untersuchungen ergeben, dass die Variante B.1.1.7 sich leichter von Mensch zu Mensch überträgt als die in Wuhan entdeckte Wildform des Virus. Allerdings war in diesen Studien teilweise auch eine höhere Sterblichkeit bei mit B.1.1.7 Infizierten festgestellt worden. In einer Mitteilung von „The Lancet“ heißt es nun:

„Eine beobachtende Studie von Patienten in Londoner Krankenhäusern legt nun nahe, dass die Variante B.1.1.7 nicht mit schwereren Verläufen und mehr Todesfällen einhergeht.“

Die Forscher des University College London untersuchten mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten und werteten die in diesem Zeitraum aufgetretenen schweren Verläufe und Todesfälle aus. Bei Infizierten mit der sogenannten britischen Variante stellten sie eine höhere Viruslast fest. Der Anteil der Patienten, die an Covid-19 starben, war jedoch bei der Variante nicht erhöht.

Mutante führt zu höherem R-Wert, ist aber nicht gefährlicher

Die andere in „The Lancet“ veröffentlichte Studie wertete Symptome von Covid-19-Patienten aus, die diese über eine App des Gesundheitssystems meldeten. Mittels Gensequenzierung stellten sie zudem fest, an welcher Corona-Variante die Betroffenen erkrankt waren. Auch diese Studie stellte keine signifikanten Unterschiede bei der Schwere der Erkrankung sowie bei nachweisbaren Langzeitwirkungen einer Infektion fest. Die Forscher wiesen jedoch für die britische Variante eine deutliche Erhöhung des R-Wertes nach, der die Entwicklung der Pandemie beschreibt. Das spricht ebenfalls für eine erhöhte Übertragbarkeit der Variante.
Da die Studien im vergangenen Winter in London und Südengland durchgeführt wurden, wo sich die Variante B.1.1.7 zu dieser Zeit rapide ausbreitete, hatten die Forscher eine gute Vergleichbarkeit beider Varianten. Allerdings räumen die Wissenschaftler ein, dass bisherige Studien teilweise zu anderslautenden Ergebnissen gekommen seien und zusätzliche Forschung nötig sei.
Experten weisen zudem darauf hin, dass es kein Grund zum Aufatmen ist, dass eine Corona-Variante nicht tödlicher ist als die Wildform, wenn sie dafür ansteckender ist. Das erklären sie damit, dass bei einer höheren Übertragbarkeit des Virus letztlich mehr Menschen sterben, weil sich – unter sonst gleichen Bedingungen – um ein Vielfaches mehr Menschen infizieren, von denen dann ein kleiner Anteil einen tödlichen Verlauf hat.
Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 13.04.2021
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