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Antikörper-Mittel vielversprechendes Medikament gegen Corona

© REUTERS / Peter NichollsLogo des Pharmkonzerns Roche
Logo des Pharmkonzerns Roche - SNA, 1920, 14.04.2021
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Während sich weltweit die Forschung auf Impfstoffe gegen das Coronavirus konzentriert, wird die Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 eher stiefmütterlich behandelt. Der Schweizer Pharmakonzern „Roche“ stellt nun ein vielversprechendes Mittel vor. Es wurde letztes Jahr noch ohne Zulassung bei Donald Trump mit Erfolg angewandt.
Nach Studiendaten kann die Gabe einer Antikörper-Kombination aus „Casirivimab“ und „Imdevimab“ das Risiko symptomatischer Corona-Infektionen um etwa 81 Prozent verringern. Das teilte der Schweizer Pharmakonzern „Roche“ in Basel mit. Bei Patienten mit symptomatischer Infektion klangen die Symptome demnach im Durchschnitt innerhalb einer Woche ab, verglichen mit drei Wochen in der Placebo-Gruppe. Unerwartete ernste Nebenwirkungen seien nicht aufgetreten.
Bei der klinischen Studie der entscheidenden Phase III ging es darum, das Risiko und die Belastung durch Covid-19 bei Haushaltskontakten von Infizierten zu untersuchen. Rund 1500 solche Kontakte erhielten entweder das Antikörper-Präparat oder ein Placebo. Die Ergebnisse würden den Zulassungsbehörden so bald wie möglich überreicht, hieß es. Den Antikörper-Cocktail hatte „Roche“ zusammen mit seinem Partner „Regeneron“ entwickelt.

Trump geheilt – Ema prüft

Zuvor präsentierten Studienergebnissen zufolge kann die Antikörper-Kombination bei Risikopatienten mit Covid-19 das Risiko für einen schweren Verlauf oder Tod um 70 Prozent reduzieren. Die europäische Arzneimittelbehörde Ema prüft das Präparat derzeit.
In den USA hatte das Mittel eine Notzulassung erhalten. Mit ihm wurde unter anderem der frühere Präsident Donald Trump behandelt.
Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. Monoklonal bedeutet, dass die eingesetzten Antikörper alle gleich sind und das Virus an einem fest definierten Ziel angreifen. Auch in Deutschland wird die Antikörper-Kombination bereits bei individuellen Heilversuchen in bestimmten Kliniken eingesetzt – bei Risikopatienten in der Frühphase der Infektion mit dem Ziel, einen schweren Verlauf zu verhindern.
Asthmaspray (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.04.2021
Studie: Asthmaspray wirkt gegen Covid-19

Spahn sichert sich teure Dosen aus den USA

Mittlerweile haben mehrere Pharmafirmen Arzneimittel mit monoklonalen Antikörpern gegen Covid-19 entwickelt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits im Januar 200.000 Dosen eines ähnlichen Antikörper-Mittels der US-Pharmaunternehmen „Eli Lilly“ und „Regeneron“ bestellt, die ebenfalls noch nicht von der Ema zugelassen sind. Laut Spahn hatte der Bund für die 200.000 Dosen der Antikörper-Medikamente 400 Millionen Euro gezahlt. Das entspricht im Schnitt 2000 Euro pro Dosis. Zum Vergleich: Eine Impfdosis gegen Covid-19 kostet nach unbestätigten Angaben zwischen zwei und dreißig Dollar.
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