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In der Corona-Misere strafen Bürger Kanzler Kurz in Umfrage ab - Sozialforscher

© REUTERS / LISI NIESNERÖsterreichs Kanzler Sebastian Kurz
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz - SNA, 1920, 13.04.2021
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Die Beliebtheitswerte des österreichischen Kanzlers Sebastian Kurz sind so gering wie zuletzt 2013. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass das Vertrauen in ihn stark zurückgeht. Im repräsentativ erhobenen Vertrauensindex des Meinungsforschungsinstituts OGM und der Nachrichtenagentur APA kommt Kurz nur noch auf neun Punkte.
Die sinkenden Umfragewerte des Bundeskanzlers und seiner Regierung haben nach Meinung von Daniel Witzeling, Leiter des Humaninstituts Vienna, nur oberflächlich alleine etwas mit der Corona-Krise, den Maßnahmen wie Lockdowns und dem gesamten Management der Pandemie zu tun. „Vielmehr handelt es sich um eine Wechselwirkung von vielen Faktoren“, sagte er gegenüber SNA. „Klar ist, dass Kurz seine Rolle als Heilsbringer und Zukunftshoffnung durch Vorfälle in seinem politischen Verantwortungsbereich, wie jenem um die ÖBAG, eingebüßt hat. Dies hängt damit zusammen, dass der Kanzler mit dem Versprechen eines ganz neuen Stils der Politik ohne Korruption und Freunderlwirtschaft angetreten ist.“
Durch den Ibiza-Skandal und Aussagen des ehemaligen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache käme es zu Ermittlungen, in deren Kontext ebenfalls das politische Gebaren von der neuen türkisen Volkspartei an die Oberfläche getreten sei, so der Sozialforscher.
„Jene werfen kein gutes Licht auf Kurz und die ÖVP. Viele Österreicher beschleicht der Eindruck, dass die neue Volkspartei nicht viel anders ist als die alte sowie andere Parteien.“
Witzeling meint, dass es nun zum besagten Interaktionseffekt aus einer wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Krise mit Sachverhalten komme, „welche durch Chats von Kurz Vertrauten und ihm selbst an die Öffentlichkeit gelangt sind, die den erfolgsverwöhnten jungen Starpolitiker nicht im besten Licht dastehen lassen. Der Kanzler versucht zwar, diese Ereignisse durch Auftritte auf der internationalen Bühne, wie beispielsweise dem Treffen mit Benjamin Netanjahu oder den Einkäufen des Impfstoffes Sputnik V, zu kaschieren. Ob dies reichen wird, um sein angeschlagenes Image zu retten, wird sich erst bei kommenden Wahlen zeigen.“
„Der angesprochene Lockdown oder, besser gesagt, die vielen Lockdowns und die strikten Maßnahmen der Koalition aus ÖVP und Grünen, welche der Wirtschaft stark schaden, sind hier nur ein weiteres, wenngleich ebenso großes Übel in einer Kettenreaktion aus negativen Ereignissen für die österreichische Bevölkerung“, stellt der Experte fest. „Ein wichtiger Stimmungstest wird in diesem Kontext die Wahl zum Bundespräsidenten im kommenden Jahr sein. Dort wird sich erweisen, ob die Kandidaten der Opposition starke Resultate erzielen oder ob die Repräsentanten der Parteien der Regierung ein respektables Ergebnis einfahren werden.“
Eine weitere Trumpfkarte, die Sebastian Kurz hat, ist laut Witzeling, „dass er in Umfragen immer noch vor seinen Konkurrenten von der SPÖ (Pamela Rendi-Wagner) oder der FPÖ (Norbert Hofer) liegt und die Opposition zu schwach agiert. Die SPÖ-Chefin will noch härtere Maßnahmen, was in der Bevölkerung nicht gut ankommt, und die FPÖ hat nach Ibiza noch immer ein großes Glaubwürdigkeitsproblem.“
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Herrschen in Deutschland analoge Verhältnisse?

Hier habe die Regierung unter Merkel und dem neuen Parteichef der CDU, Armin Laschet, ebenfalls ein Glaubwürdigkeits- sowie ein großes Akzeptanzproblem, urteilt der Experte. „Die Glaubwürdigkeit ist durch Skandale im CDU-Umfeld rund um den Einkauf von Masken angekratzt. Und die Akzeptanz von Merkel, Laschet sowie Markus Söder leidet unter den harten Corona-Maßnahmen und Lockdowns, welche die Menschen in Deutschland nicht mehr ganz nachvollziehen können und hinter denen große Teile der Bevölkerung nicht mehr stehen.“
In Deutschland wie in Österreich könne es zu mittleren bis starken Politbeben kommen, prognostiziert der Sozialforscher. „Dies hängt zentral davon ab, wie es den Menschen wirtschaftlich in den nächsten Monaten und Jahren gehen wird. Dies gilt aber weltweit.“
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