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Chinesischer Impfstoff schützt vor brasilianischer Variante – Studie aus Manaus

© REUTERS / RICARDO MORAESImpfung mit der chinesischen Corona-Vakzine CoronaVac in Rio de Janeiro, 8. April 2021
Impfung mit der chinesischen Corona-Vakzine CoronaVac in Rio de Janeiro, 8. April 2021 - SNA, 1920, 13.04.2021
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Schützt eine durchgemachte Erkrankung vor der Sars-Cov-2-Variante aus Brasilien? Und sind die Impfkampagnen durch die Mutation gefährdet? Nein, findet eine kleine Studie, die Impfungen mit dem chinesischen Impfstoff „Coronavac“ untersucht hat. Krankheitsausbrüche können demnach um die Hälfte verringert werden.
Schätzungen zufolge hatten drei Viertel der Bevölkerung der brasilianischen Millionenstadt Manaus bereits im Frühjahr 2020 eine Infektion mit Sars-Cov-2 hinter sich, als im Dezember plötzlich eine neue Welle über sie hereinbrach, die in 2021 hineindauert. Da sich zu diesem Zeitpunkt auch die brasilianische Variante P.1 stark im Land ausbreitete und in Manaus im Januar bereits drei Viertel aller Neuinfektionen ausmachte, stellte sich die Frage, was dahinter steckt.
Die ungünstigste Antwort auf die Frage wäre, dass das Virus so stark mutiert ist, dass die Immunität nach durchgemachter Erkrankung mit dem mutmaßlich aus China importierten ursprünglichen Virus nicht mehr schützt. Damit wäre auch der angebliche Schutz durch die laufenden Impfkampagnen gefährdet.
Massenimpfung in Brasilien - SNA, 1920, 20.01.2021
Brasilien: Welle von erneuten Infektionen in Manaus – trotz Herdenimmunität?
Diese Sorge scheint nun ausgeräumt. Der in Manaus seit Januar 2021 breit eingesetzte Impfstoff „Coronavac“ des chinesischen Herstellers Sinovac, ein sogenannter Totimpfstoff, soll einer Studie aus der Stadt zufolge auch gegen eine Infektion mit P.1 schützen, berichtet das Fachmagazin „Ärzteblatt“.
Wie funktionieren antivirale „Totimpfstoffe“?

Zellen des Immunsystems erkennen Viren zu einem Großteil über ihre Oberfläche. Die Vermehrung des Virus dagegen findet durch sein Erbgut statt, das in der Virushülle steckt und erst in eine Zelle geschleust werden muss. Dazu muss das Virus an die Zelle andocken können und in diese eintreten und das Erbgut selbst muss intakt sein. Der „Totimpfstoff“ setzt genau hier an. Die Oberfläche des Virus wird durch bestimmte Chemikalien so bearbeitet, dass es keine Zellen mehr befallen, sich nicht darin vermehren und keine Erkrankung (z.Bsp. Covid-19) auslösen kann. Immunologen bezeichnen das so behandelte Virus als „inaktiviert“. Da die Oberfläche des Virus dabei idealerweise kaum verändert wird, wirkt es aber weiterhin so stimulierend auf das Immunsystem, als hätte es Kontakt mit einem echten, vermehrungsfähigen Erreger. Nach diesem Kontakt ist das Immunsystem auf künftige Infektionen mit dem echten Erreger vorbereitet, der Geimpfte hat einen Impfschutz entwickelt. Gegen Sars-Cov-2 wurden weltweit einige „Totimpfstoffe“ entwickelt, einige davon sind bereits zugelassen.

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Die Studie besteht aus insgesamt zwei Analysen. In der ersten wurden 393 an Covid-19 erkrankte Personen und 393 nicht erkrankte einander gegenübergestellt, wobei die Erkrankten mit der brasilianischen Variante infiziert waren. Dann wurde der Anteil von Geimpften in beiden Gruppen ermittelt, denn daraus lässt sich die Wirksamkeit des Impfstoffs ableiten. Es gilt: Je weniger zuvor Geimpfte in der Gruppe der Erkrankten und je mehr Geimpfte unter den Gesunden, desto höher der Schutzfaktor. Die Forscher kamen hier auf eine Senkung der Erkrankungen um 48 Prozent.
In einer zweiten Analyse wurden je 135 Gesunde und positiv Getestete verglichen. Allerdings waren die positiv Getesteten in diesem Fall symptomfrei. Hier konnten die Forscher zu keinem aussagekräftigen Ergebnis kommen. Die Studie wurde auf dem Preprintserver „Medrxiv“ vorab veröffentlicht und ist von unabhängigen Forschern noch nicht gegengeprüft.
Derzeit sind folgende „Totimpfstoffe“ weltweit zugelassen: „Coronavac“ und zwei weitere Impfstoffe von Sinopharm aus China, „Covaxin“ aus Indien und „Kovivac“ aus Russland.
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