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Rusal: Russischer Alu-Champion darf deutschen Traditionsbetrieb übernehmen

CC BY 3.0 / Dirk Ingo Franke / Wikimedia Commons / Fabrik von Aluminium Rheinfelden (Archivbild)
Fabrik von Aluminium Rheinfelden (Archivbild) - SNA, 1920, 12.04.2021
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Die insolvente Aluminium-Hütte Rheinfelden darf vom russischen Alu-Weltmarktführer Rusal gekauft werden. Dies bestätigte am Freitag das Bundeswirtschaftsministerium, das den Kauf genehmigte.
Bis zuletzt gab es ein Hauen und Stechen um die traditionsreiche deutsche Aluhütte Rheinfelden im Dreiländereck Deutschland, Österreich, Schweiz. Dabei hatte sich ein halbes Jahr niemand für das wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen interessiert – bis die Russen kamen. Am Ende eines Insolvenzverfahrens bekam der russische Alu-Konzern Rusal im Februar den Zuschlag für den Kauf. Die Verträge wurden unterschrieben.

„Bild“ entfacht Gegenwind

Die „Bild“ spekulierte im März in zwei Artikeln darüber, dass Rusal von Rheinfelden erworbene Techniken und Patente für Aufträge aus der russischen Rüstungsindustrie nutzen könnte. Plötzlich tauchte ein zweiter Kaufinteressent, eine deutsche Investorengruppe um die frühere Gesellschafterin der Alu Rheinfelden, Erika Zender auf, die das Insolvenzverfahren neu aufrollen und den Kauf rückgängig machen wollte. Auch einzelne Stimmen aus der Politik wurden laut, die vor einem Kauf durch die Russen warnten und eine Prüfung des Kaufs nach dem Außenwirtschaftsgesetz forderten. So sagte Ralf Fücks, früherer Grünen-Politiker und heutiger Leiter der antirussischen Denkfabrik „Zentrum Liberale Moderne“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ):

„Es wäre fahrlässig, einem Konzern, der die russische Rüstungsindustrie beliefert, sicherheitsrelevantes Knowhow einer deutschen Firma auszuliefern.“

Ende gut, alles gut

Die Belegschaft in Rheinfelden scheint erleichtert zu sein nach unsicheren Wochen. Rusal hat zugesagt, den Standort langfristig zu erhalten, und auch die 250 Arbeitsplätze vor Ort sollen bleiben. Selbst die bereits ausgesprochenen 40 Kündigungen werden zurückgenommen, verspricht Rusal.
In einer Presseerklärung nach der Zustimmung des Wirtschaftsministeriums zum Kauf erklärte Rusal:

„Von der Kombination der Kundenbeziehungen von Aluminium Rheinfelden mit der globalen Größe von Rusal werden beide Unternehmen profitieren.“

Der russische Multi, der bereits über 43 Fabriken auf allen Kontinenten verfügt, verspricht sich von dem Kauf des deutschen Mittelständers, in Deutschland Fuß zu fassen als einer der Zulieferer für die hiesige Autoindustrie.
Die Verträge zum Kauf von Alu Rheinfelden durch Rusal wurden bereits im Februar unterschrieben – einzig mit dem Vorbehalt der noch ausstehenden Zustimmung durch das Bundeswirtschaftsministerium. Dieses hat nun am letzten Tag der üblichen Acht-Wochen-Frist dem Kauf zugestimmt und keine Vorbehalte angemeldet. Damit ist der Kauf rechtskräftig.
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